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International Kim Jong Un lässt seinen Onkel hinrichten

Politische Säuberung in Nordkorea: Der Machthaber entledigt sich seines Onkels, der ihn angeblich stürzen wollte.

Kim Jong Uns Onkel Jang Song Thaek wird von zwei Polizisten abgeführt.
Legende: Seit dem Tod von Kim Jong Il soll Jang Song Thaek (re) einen Umsturz von Kim Jong Un (li) geplant haben. Keystone

Lange Zeit galt er als graue Eminenz des Regimes. Am Montag wurden Jang Song Thaek jedoch alle Ämter und Titel entzogen. Am Donnerstag soll ihn ein Militärgericht zum Tode verurteilt haben, berichten die nordkoreanischen Staatsmedien. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Jang seinen Neffen, Machthaber Kim Jong Un, stürzen wollte. Der 67-Jährige habe seine Taten gestanden, hiess es weiter. Laut offiziellen Angaben wurde er bereits hingerichtet.

Auf Machtübernahme hingearbeitet?

Kim warf Jang vor, bereits seit dem Tod seines Vaters, des früheren Machthabers Kim Jong Il, im Dezember 2011 auf die Machtübernahme hingearbeitet zu haben.

Jang wurde in den nordkoreanischen Medien als «Verräter» und «abscheulicher menschlicher Abschaum, der schlimmer als ein Hund war», bezeichnet. Der Beschuldigte habe parteifeindliche, konterrevolutionäre Handlungen mit dem Ziel ausgeführt, «die Führung unserer Partei, des Staates und des sozialistischen Systems zu stürzen».

Nach Ansicht von Beobachtern wollte Kim Jong Un durch die Absetzung Jangs seine Macht festigen. Politische Säuberungen sind in dem weithin abgeschotteten Staat nicht unüblich.

Schweizer Ex-Botschafter tot

Ebenfalls hingerichtet worden sein soll Ri Su-Yong. Er war früher Mentor Kims und 22 Jahre lang Botschafter in der Schweiz. Dies berichtet «tagesanzeiger.ch» in Berufung auf eine japanische Zeitung. Ri soll Kims Vormund gewesen sein, als dieser in Bern die Schule besuchte.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von S.Frehner, Matzingen
    Blocher zeigt in einem Interview auf Tele-Blocher Sympathien für Nordkorea, wo er auch schon auf "Nachtessen" mit dem nordkoreanischen Aussenministerium, Handelsministerium etc. war. O-Ton Blocher: „Ich war über 30 mal in China aus geschäftlichen Gründen. (...) Eine freie Marktwirtschaft funktioniert auch in einer Diktatur.“ www.kewego.de/video/iLyROoafI36p.html
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Mittelalterliche Zustände. Weder Feudalherrschaft oder Diktaturen haben ewig überdauert. Geschichte wiederholt sich und jeder Bogen ist irgendwann überspannt. Was aber im Hinterkopf von Kim Jong Un vorgeht, weiss nur er. Hat er vor, das Land zu revolutionieren stehen ihm machttrunkene, senile Bremsklötze des eigenen Clan im Wege. Will er nur seine eigene Position festigen, riskiert er einen Aufstand seiner (indoktrinierten) Untertanen. Mit oder ohne Zutun der Internationalen. Besser ohne.
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  • Kommentar von Paul Soltermann, Fuqing
    Jedes Land hat die Regierung die es verdient ... wenn das stimmen wuerde, dann wuerde das der Bevoelkerung von NK ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellen. Irgendwo gibt es die vernuenftige neue Vision, diese muss zwingend gefunden werden um das Land dem Glueck und Kim Jong Un einer Taetigkeit zuzufuehren die seinen Faehigkeiten wohl besser entspricht als regieren: Enten- oder Schweinezucht.
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