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International Kind verübte Selbstmordanschlag in der Türkei

Am Samstagabend wird eine Hochzeitsgesellschaft in der türkischen Provinz Gaziantep Ziel eines Attentats – ausgeführt von einem Kind, wie der türkische Präsident Erdogan informiert. Mindestens 50 Menschen werden getötet und über 60 verletzt. Steht der Islamische Staat hinter der Tat?

Legende: Video «Anschlag auf Hochzeitsfeier in Südtürkei» abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.08.2016.

Beim Anschlag auf eine Hochzeitsfeier im Südosten der Türkei sind nach jüngsten Angaben der Behörden mindestens 50 Menschen getötet worden. 69 weitere Gäste seien bei dem Bombenattentat am Samstagabend in der Provinzhauptstadt Gaziantep verletzt worden.

Karte von der Türkei.
Legende: Gaziantep liegt nahe an der Grenze zu Syrien. SRF

Nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan wurde der Anschlag von einem Kind zwischen 12 und 14 Jahren verübt. Es habe sich um ein Selbstmordattentat gehandelt, zeigte sich Erdogan nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu sicher.

«Täter versuchen zu provozieren»

Ein Abgeordneter der Regierungspartei AKP, Samil Tayyar äusserte gegenüber der Nachrichtenagentur Dogan die Vermutung, dass hinter dem Anschlag die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) steht, die jenseits der nahen Grenze in Syrien weite Gebiete beherrscht.

Anadolu verbreitete eine Stellungnahme Erdogans, wonach die Täter das türkische Volk zu «provozieren versuchen», indem sie «ethnische und religiöse Empfindlichkeiten» für ihre Zwecke nutzten. Er mache dabei keinen Unterschied zwischen der kurdischen Untergrundorganisation PKK, der Bewegung des Islam-Predigers Fetullah Gülen und dem IS.

«Ein offizielles Bekenntnis des IS wäre eine offene Kriegserklärung»

Legende: Video «Ruth Bossart über mögliche Verantwortliche» abspielen. Laufzeit 1:38 Minuten.
Aus Tagesschau vom 21.08.2016.

SRF-Korrespondentin Ruth Bossart erachtet es als sehr plausibel, dass die Terror-Organisation Islamischer Staat hinter dem Anschlag steckt. Es sei eher undenkbar, dass die kurdische Arbeiterpartei PKK eine kurdische Hochzeitsgesellschaft angreife.

Im grenznahen Gazientep würden zudem viele Flüchtlinge leben, darunter auch IS-Anhänger. «Ein Merkmal von IS-Anschlägen ist aber auch, dass sie von Selbstmordattentätern ausgeführt werden und dass möglichst viele Zivilisten getroffen werden sollen, so wie an dieser Hochzeit. Dass ausgerechnet eine kurdische Hochzeit attackiert worden ist, kann auch als Warnung an die Kurden verstanden werden, denn sie gelten als die effektivsten Kämpfer gegen den IS – auch im Norden von Syrien», erklärt Bossart.

Dass sich der IS bisher nie zu Anschlägen in der Türkei bekannt hat, könne daran liegen, dass der IS eine offene Konfrontation mit der türkischen Regierung vermeiden wolle. Das Land spiele eine zu wichtige Rolle in der Logistik der Terro-Miliz, sagt Bossart. «Ein offizielles Bekenntnis wäre eine offene Kriegserklärung an die Türkei.»

Chaotische Szenen

Am Anschlagsort herrschten in der Nacht chaotische Zustände. Zahlreiche Krankenwagen rasten in das betroffene Stadtvierte. In sozialen Medien sind Videos zu sehen, wie Menschen mit der Taschenlampenfunktion ihres Smartphones nach verletzten Freunden und Angehörigen suchen.

Die Hochzeitsfeier fand nach Medienberichten unter freiem Himmel nahe der Grenze zum Bürgerkriegsland Syrien statt. In diesem Teil Gazianteps wohnen hauptsächlich Kurden. Im Südosten der Türkei operiert die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK. Auch die Terrormiliz IS hat in der Region schon mehrfach Anschläge verübt.

Kurdisches Familienfest

Die kurdische Partei HDP teilte nach dem Anschlag mit, unter den Todesopfern seien mehrere Kinder. «Wir verurteilen und verdammen diejenigen, die diese Attacke verübt haben, und die Kräfte und Ideologien hinter ihrem Handeln», erklärte die drittgrösste Partei im türkischen Parlament in einer Stellungnahme.

29 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Entweder hat der Islam ein gewaltig gewalttätiges Problem, oder der Islam, mit diesem Islamismus im Schlepptau und diesen (dubiosen) Möglichkeiten der Koranauslegungen, ist das Problem. Das diese Spannungen weltweit vorhanden sind und praktisch überall in Erscheinung tritt, ist leider eine unumstössliche Tatsache. - Der Islam reformiert sich gar nicht, es gibt keine inner-islamische Diskussionen darüber, keine Säkularisierung, keine Trennung von Staat & Kirche im Islam. Islam = Problemfall!
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    1. Antwort von O U (O.U.)
      Der mittlere Osten wird seit 2002 von christlichen Staaten bombardiert, über 4 Millionen Menschen sind, durch im Westen hergestellten Waffen, getötet worden. Christentum = Problemfall?
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  • Kommentar von Werner Blatter (blatti)
    Wenn ich hier die allgemeinen gegenseitigen Beschuldigungen lese muss ich schon feststellen das es Arm Seelig ist was hier abgeht! Genau das wollen diese Menschen od. Tiere mir egal.... Was mich stört das hier alle aufeinander losgehen wie in der Arena... Mit all diesem Kommentaren lösen wir nicht mal im Ansatz das kleinste Problem, weil von uns niemand die Macht dazu hat.
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  • Kommentar von Franz NANNI (Aetti)
    DasKind hat die Tat nicht begangen sondern die Islamisten im Hintergrund.. das Kind hat uU nicht mal gewusst was abgeht und dass es das Leben verliert... So ist auch das Kind ein Mordopfer.. ein vom Islam getoetetes Kind!
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    1. Antwort von Thomas Steiner (Thomas Steiner)
      NEIN!!! Das Kind wurde nicht vom Islam getötet, sondern durch Terroristen.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Das Kind wurde wahrscheinlich aufgewiegelt, von Terroristen, die sich klar und eindeutig auf den Islam und den Koran beziehen. Wir nennen diese Islamisten, im Glauben, man könne hier damit differenzieren und den Islam "in Schutz" nehmen. (Das Wort Islamismus ist eine semantische Verklärung und hausgemachte Irreführung.) Der Islamist und viele seiner islamischen Sympathisanten eines fundamentalen Islams, machen diesen Unterschied so gar nicht! Für diese ist es der wahre, reine Islam pur!
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    3. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Steiner, Ihr Statement ist leider nur allzu wahr und dennoch eine semantische Verklärung der Realitäten. Ich möchte dies schon als Ausdruck einer kognitiven Dissonanz betrachten, die öfters auch mit einer ideologisch motivierten Ausrichtung einhergeht. Der heutige Islam passt so wie er sich selber entwickelt, gar nicht zu Europa und auch nicht in die Schweiz. Und ob es jemals einen säkularen Islam geben kann ist mehr als nur fraglich. Islam & Islamismus = Problemfall.
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