Kinder im Kreuzfeuer des Krieges

Millionen von Kindern sind vom syrischen Bürgerkrieg betroffen. Sie wachsen mit Angst, Gewalt, Hunger und Vertreibung auf und müssen sogar im Krieg mitkämpfen. Ein Bericht des Kinderhilfswerks Unicef nennt die Details.

Bub in einer Ruine Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Junge sieht sich ein zerbombtes Haus im östlich von Damaskus gelegenen Ort Douma an. Reuters

Rund 8,4 Millionen Kinder leiden laut einem UNO-Bericht unter dem seit fünf Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien. 3,7 Millionen von ihnen seien seit Beginn des Krieges 2011 geboren worden, heisst es in einer in New York veröffentlichten Studie des UNO-Kinderhilfswerks Unicef.

Das Leben dieser Kinder sei geprägt von Angst, Gewalt, Hunger und Vertreibung. Zwei Millionen von ihnen bekämen nur unregelmässig humanitäre Hilfe, 200'000 lebten in belagerten Gegenden. Rund 2,4 Millionen syrische Kinder hätten in andere Länder fliehen müssen, 300'000 seien auf der Flucht geboren worden.

«Kinder kämpfen einen Erwachsenenkrieg»

«Wir können die kostbaren Kindheitsjahre, die von diesem brutalen Krieg gestohlen worden sind, nicht zurückholen. Aber wir können und müssen verhindern, dass die Zukunft dieser Kinder auch gestohlen wird», sagte Unicef-Direktor Anthony Lake.

Alexandra Gubser zu den syrischen Kindern

0:46 min, aus Tagesschau am Mittag vom 14.3.2016

Viele Kinder würden als Soldaten missbraucht, manche von ihnen seien erst sieben Jahre alt. «Im Zuge des andauernden Krieges kämpfen Kinder einen Erwachsenenkrieg», sagte Unicef-Regionaldirektor Peter Salama. «Weiterhin brechen Kinder die Schule ab und werden zur Arbeit gezwungen, während die Mädchen früh verheiratet werden.»

Für SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser ist Syrien im Moment der wohl schlimmste Ort auf Erden für Kinder. Zur ganzen Misere komme hinzu, dass tausende Schulen zerstört wurden. Es gebe praktisch keinen Zugang mehr zu Bildung, sagt sie. «Es droht hier eine ganze Generation verloren zu gehen – eine Generation, die sich dereinst am Wiederaufbau dieses kriegsversehrten Landes beteiligen sollte.»