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International Klitschko: «Es könnte bald Tote geben»

Nahe dem Parlament in Kiew haben wieder hunderte wütende Regierungsgegner ausgeharrt. Oppositionsführer Klitschko bekennt, diese nicht mehr unter Kontrolle zu haben.

Das Bild ist nicht neu: Wieder standen in der Ukraine gewaltbereite Regierungsgegner einem massivem Aufgebot an Sicherheitskräften gegenüber. Die Demonstranten waren maskiert, mit Holzknüppeln bewaffnet, die Stimmung aufgeheizt.

Oppositionsführer Vitali Klitschko versucht sich angesichts der zunehmenden Gewaltbereitschaft aus der Schusslinie zu nehmen: Er macht die Regierung dafür verantwortlich. In der deutschen «Bild»-Zeitung schrieb er: Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch höre nicht auf die Forderung der Demonstranten nach Neuwahlen.

Legende: Video Proteste in der Ukraine eskalieren abspielen. Laufzeit 01:30 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 20.01.2014.

«Bald Tote»

Und Klitschko bekennt, er habe die Bewegung nicht mehr unter Kontrolle. Janukowitsch wolle stattdessen friedliche Proteste verbieten und sehe nun das Ergebnis. Es würde ihn «nicht wundern», schrieb Klitschko, «wenn es bald Tote zu beklagen gibt».

Klitschko war am Sonntag selbst mit einem Feuerlöscher angegriffen worden, als er versucht hatte, zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften zu vermitteln. Er habe sich gefühlt «wie im Krieg», schrieb Klitschko.

Schärfere Gesetze in Kraft

Derweil zieht die Regierung die Schraube noch mehr an. Ab sofort müssen die Demonstranten mit drakonischen Strafen rechnen. Die neuen Gesetze sehen unter anderem Geld- oder Haftstrafen für das Tragen von Masken oder Helmen, für das ungenehmigte Aufbauen von Bühnen oder Zelten sowie für die Blockade öffentlicher Gebäude vor.

Ausserdem hatte ein Gericht Mitte vergangener Woche entschieden, dass im Zentrum der Hauptstadt Kiew bis zum 8. März nicht mehr demonstriert werden dürfe.

Anders als erwartet traf sich Klitschko am Dienstag nicht zu neuen Krisengesprächen mit Janukowitsch. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrates warf Klitschko vor, aus den Verhandlungen auszusteigen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Eddy Dreier, Burgdorf
    Das war klar, das der Klitschko mehr vom Kämpfen versteht als von Politik. Nun ist der Ring frei für eine weitere Runde. Und die anderen müssen halt vorübergehend auf den Frieden verzichten da Klitschko sie als Statisten für seinen aktuellen Kampf braucht...
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    1. Antwort von D. Flückiger, Zürich
      @Dreier:Sie haben wahrlich keine Ahnung von der Ukraine. Die Klitschko's sind im eigenen Land nicht annähernd so bekannt wie in DE. Die Partei von Klitschko erreichte bei den letzten Wahlen nicht mal 20%. Er mausert sich nur zur Symbolfigur für einen nächsten Putschversuch(für den Westen).Doch die Forderungen der Opposition reichen von Absurd bis Unmöglich.Die Orange Revolution ist noch nicht so lange her, was hat sie gebracht, weitere Korruption, Zerwürfnis mit den Handelspartnern und Armut!!
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    2. Antwort von Eddy Dreier, Burgdorf
      -Ironie on- Ja, dann haben Sie bedeutend mehr Ahnung als ich -Ironie off-
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  • Kommentar von René Wagner, Möriken
    Die ukrainische Opposition besteht auch aus dem Rechtsextremisten Tjahnybok, der die nationalistische Partei Swoboda anführt. Tjahnybok fällt immer wieder durch antisemitische und volksverhetzende Äußerungen auf. So behauptete er, die Ukraine werde von einer „jüdisch-russischen Mafia“ regiert. Dieser Bündnispartner von Klitschko ist brandgefährlich. Er ist kein Demokrat und auch kein Freund der EU. Klitschko muss sich von Tjahnybok und dessen ultrareaktionären Partei Swoboda distanzieren.
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    1. Antwort von Albert Planta, Chur
      Gefährlich für das Ukrainische Volk ist die inkompetente und korrupte Regierung und die grosse Armut
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