CO2-Ausstoss steigt weiter Kohlendioxidgehalt wie vor 3 Millionen Jahren

Erderwärmung: Die einen leugnen, andere warnen. Dem CO2 ist das egal. Es überschreitet einen heiklen Wert, ganzjährig.

2016 wird in die Klimageschichte eingehen. Es ist nämlich das erste Jahr in dem die Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre komplett über einer symbolisch wichtigen Schwelle geblieben ist – nämlich über 400 ppm. Das heisst: Auf eine Million Teilchen in der Luft kamen 400 Teilchen CO2.

Bevor der Mensch im 20. Jahrhundert damit begann, Kohle, Erdöl und Gas in grossen Mengen zu verbrennen, lag die CO2-Konzentration in der Atmosphäre bei 280 ppm.

Der Wert schwankt natürlicherweise nach oben und unten, aber man muss 3 Millionen Jahre in der Erdgeschichte zurückreisen, um eine Welt mit 400 ppm CO2 zu finden. Damals war es 1-2 Grad wärmer als heute und der Meeresspiegel lag um 15 bis 25 Meter höher.

Rekord-Wetter 2016

2:23 min, aus Tagesschau vom 14.12.2016

Horrorszenario: Temperaturanstieg um 5 Grad

Es sind diese Aussichten, die die Staatengemeinschaft dazu gebracht haben, den Pariser Klimavertrag zu schliessen. Das Ziel: Bremsen des Klimawandels.

Denn ginge der CO2-Ausstoss Jahr für Jahr so weiter, würde sich bis zum Ende dieses Jahrhunderts die CO2-Konzentration gegenüber heute nochmals mehr als verdoppeln. Es wäre dann im globalen Schnitt etwa 5 Grad wärmer als vor der Industrialisierung, 4 Grad wärmer als heute.

Ungenügende Trendwende

Seit zwei Jahren gibt es einen Hoffnungsschimmer: Zum ersten Mal ist der jährliche CO2-Ausstoss nicht mehr angestiegen, sondern konstant geblieben – und dies, obwohl die Weltwirtschaft gewachsen ist. Vielleicht eine Trendwende.

Aber sie genügt bei weitem nicht, um den CO2-Ausstoss in jene Bahnen zu lenken, damit die Weltgemeinschaft ihr Ziel erreichen kann: eine maximale weitere Erwärmung um ein zusätzliches Grad. Damit dies gelingt, muss der CO2-Ausstoss praktisch ab sofort deutlich sinken und irgendwann sogar negativ werden.

Höhere Temperaturen, weniger Eis

Unterdessen steigt die globale Durchschnittstemperatur unablässig. Jedes der letzten drei Jahre hat einen neuen Rekord gebracht. Was das bedeutet, ist momentan am deutlichsten in der fragilen Arktis zu beobachten.

Bereits mehrfach diesen Winter waren die Temperaturen stellenweise 20 bis 30 Grad höher als normal, und das Meer gefriert so langsam, dass die Wissenschaftler mehr als nur erstaunt sind.

Der Wert von 400 ppm CO2 in der Atmosphäre signalisiert: Die Menschheit hat endgültig eine neue Welt betreten – eine Welt, die sie selbst geschaffen hat.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Der Klimawandel trifft die Schweiz hart

    Aus Tagesschau vom 7.11.2016

    75 Klimaforscher, drei Jahre Arbeit, 200 Seiten Analyse: Ein umfassender Bericht gibt Auskunft über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz – und liefert Antworten auf dessen drohende Folgen.

  • «Einzelne Ökosysteme können durch den Klimawandel kollabieren.»

    Aus Club vom 21.6.2016

    Reto Knutti, Klimaphysiker an der ETH Zürich, schliesst nicht aus, dass Teile des Ökosystems unserer Erde in ein paar Jahren kollabieren. Niemand könne voraussagen, wie die Welt in ein paar hundert Jahren ausschauen würde.

  • Video «Inseln unter Wasser» abspielen

    Inseln unter Wasser

    Aus Einstein vom 10.5.2007

    Die Südsee-Inseln Tokelau und Tavalu versinken im Pazifik als Folge des Klimawandels. Der Anstieg des Meeresspiegels führt zum Rückzug der Küstenlinie. Den Atollbewohnern der Südsee droht der Verlust ihrer Heimat.