Kolumbien droht eine neue Gewaltspirale

Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Farc) haben angekündigt, ihre einseitige Waffenruhe bis am 20. Januar tatsächlich zu beenden. Diese werde am Sonntag aufgehoben, auch wenn die Friedensgespräche mit der Regierung noch andauerten, teilte die Farc mit.

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Bildlegende: Farc-Verhandlungsführer Márquez «Verlängerung der Waffenruhe nur im Rahmen eines bilateralen Waffenstillstands möglich». Reuters

Die linksgerichtete Guerillaorganisation rief die Regierung auf, sich um schnellere Fortschritte zu bemühen, und so zu zeigen, dass sie ernsthaft am Erfolg der Verhandlungen interessiert sei. Farc-Verhandlungsführer Iván Márquez sagte, es sei Zeit für «klare Angebote» der Regierung. Eine Verlängerung der Waffenruhe sei «nur im Rahmen eines bilateralen Waffenstillstandes möglich».

Einseitige Waffenruhe

Zum Auftakt der Friedensgespräche im November in der kubanischen Hauptstadt hatte die Farc einen einseitigen Waffenstillstand bis am 20. Januar verkündet. Die Regierung dagegen hatte eine Waffenruhe von Beginn an abgelehnt. 1999 war den Rebellen im Rahmen von Friedensverhandlungen eine entmilitarisierte Zone von der Grösse der Schweiz als Rückzugsgebiet zugestanden worden. Die Farc jedoch nutzte dieses Gebiet, um Aufzurüsten und den Kokainanbau zu intensivieren.

Neue Runde in Havanna

Die beiden Konfliktparteien hatten ihre Gespräche am Montag nach einer einmonatigen Pause in Havanna wieder aufgenommen. Vor Beginn der Gespräche hatte sich der Verhandlungsleiter der Regierungsseite, der ehemalige Vizepräsident Humberto de la Calle, zuversichtlich gezeigt.

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1:02 min, aus Tagesschau vom 18.10.2012