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Spitalnotstand in Ost-Aleppo «Kranken und Notleidenden droht der Tod»

Nach tagelangen schweren Luftangriffen ist die grösste noch funktionierende Klinik im Osten von Aleppo zerstört worden. Damit sind in dem Gebiet offenbar sämtliche grössere Spitäler ausser Betrieb – und die Menschen ohne medizinische Versorgung.

Legende: Video Lage in Aleppo spitzt sich weiter zu abspielen. Laufzeit 01:55 Minuten.
Aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 19.11.2016.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Letztes funktionierendes Spital im Osten Aleppos ausser Betrieb
  • Verletzte Menschen ohne medizinische Versorgung
  • Deutsches Rotes Kreuz warnt vor komplettem Zusammenbruch der Infrastruktur in der Stadt

Das Spital «Omar Bin Abdul Asis» im Ostteil der syrischen Stadt Aleppo war eine der letzten noch betriebenen Kliniken in dem Gebiet. Nach einer Reihe von Bombardements des syrischen Regimes und seiner Verbündeten ist nun auch dieses Spital zerstört worden.

Eine von der UNO geführte Gruppe von Hilfsorganisationen habe bestätigt, dass alle Spitäler im östlichen Teil von Aleppo geschlossen seien, sagte eine Vertreterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Zwei verletzte Kinder, der eine Junge weint.
Legende: Die letzte Kinderklinik im Osten von Aleppo wurde am Freitag zerstört. Für viele gibt es keine medizinische Hilfe. Reuters

«Die eingeschlossenen Menschen, einschliesslich aller Kinder und Älteren, sind aufgrund der Zerstörung der lebenswichtigen Infrastruktur ohne lebensrettende Behandlungen. Diese Zerstörung lässt sie sterben», liess die Gesundheitsbehörde von Aleppo verlauten.

Menschen in Angst

Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte teilt hingegen mit, einige Spitäler seien zwar immer noch in Betrieb. Jedoch würden sich die Menschen aufgrund der Bombardements nicht getrauen, die Kliniken aufzusuchen.

Ob bei dem jüngsten Angriff auf das Spital «Omar Bin Abdul Asis» Menschen starben, ist unklar. Berichten zufolge seien aber Menschen unter den Trümmern verschüttet.

Rotes Kreuz warnt

Derweil warnte das Deutsche Rote Kreuz vor dem kompletten Zusammenbruch der Infrastruktur in Aleppo. Die humanitäre Hilfe im Land sei wegen fehlender Sicherheitsgarantien praktisch unmöglich. Es fehlten Trinkwasser, Lebensmittel und Gesundheitsversorgung.

Bereits am Freitag mussten vier Spitäler nach schweren Luftangriffen geschlossen werden. Unter den Kliniken sei auch das al-Bayan-Hospital sowie die letzte noch funktionierende Kinderklinik im Osten Aleppos gewesen, teilte die Hilfsorganisation Union of Syrian Medical Organizations (UOSSM) mit.

«Katastrophaler Tag»

Bei den Angriffen der syrischen Armee auf Aleppo sind am Samstag mindestens 48 Menschen, darunter fünf Kinder, getötet worden. Die Regierungstruppen hätten den Osten der Stadt mit Fassbomben und Artilleriefeuer attackiert, berichten Aktivisten und sprachen von einem «katastrophalen Tag mit einem beispiellosen Bombardement mit allen Waffenarten».

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