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International Krieg in Syrien zieht junge Franzosen an

Der Bürgerkrieg in Syrien zieht auch ausländische Islamisten an. Für sie ist es die Gelegenheit, Krieg gegen die Ungläubigen zu führen. Besonders viele – rund 200 – dieser Dschihadisten kommen aus Frankreich. Der französische Nachrichtendienst kann kaum kontrollieren, wer zurückkehrt und wer nicht.

Umrisse eines Mannes mit Maschinengewehr im Anschlag, im Hintergrund eine Gruppe Soldaten.
Legende: Unbemerkt von den Geheimdiensten können Ausländer nach Syrien reisen und sich den Islamisten anschliessen. Keystone

Sie stammen meist aus der Banlieue, haben keine Ausbildung und keine Arbeit. Das Leben ist für sie ohne Sinn und bietet keine Perspektive. Im Internet sehen sie seit Jahren Bilder vom Heiligen Krieg, hören sie Predigten von radikalen Geistlichen, wonach es die Pflicht jedes Muslims sei, den Heiligen Krieg zu führen. Plötzlich geht alles ganz schnell. Die angehenden Dschihadisten gehen unter einem Vorwand von zuhause weg und melden sich einige Zeit später aus Syrien wieder.

Nicolas und Jean-Daniel aus Toulouse

Einer dieser Gotteskrieger ist der 30-jährige Nicolas aus Toulouse, der via Internet von Syrien aus zum Heiligen Krieg aufruft: «Oh meine Brüder in Frankreich und aller Welt, wir müssen unseren Brüdern helfen, der Djihad in Syrien ist eine Pflicht!»

Nicolas war mit seinem jüngeren Bruder Jean-Daniel vor sechs Monaten in Syrien abgetaucht. Jean-Daniel kam Mitte August bei Kämpfen in der Region von Aleppo ums Leben. Die Grossmutter in Toulouse, bei der sie gelebt haben, ist untröstlich.

Ein Fernsehteam hat sie besucht: «Das ist Nicolas, und das ist sein Bruder», sagt sie und zeigt auf eine Foto. «Ich hörte, wie sie zu Allah beteten, das gefiel mir gar nicht.» Aber nie hätte sie gedacht, dass die beiden nach Syrien gehen würden.

Orientierungslose Männer auf Sinnsuche

Jean Marc Trevidic, Untersuchungsrichter und Experte für Terrorbekämpfung, wundert sich nicht: «Unsere jungen Muslime ernähren sich nun seit Jahren von der Theorie, dass ein Muslim verpflichtet sei, den Heiligen Krieg zu führen. Ihnen wurde richtiggehend eingeheizt. Und sobald sich die Gelegenheit bietet, tun sie es.»

So pervers es tönt: Der Heilige Krieg kann einem orientierungslosen Leben einen Sinn geben. Schon in den 90er Jahren kämpften französische Muslime an der Seite der Bosniaken gegen die Serben und ab 2003 in Irak gegen die Amerikaner.

Einer dieser Kämpfer meldete sich in einer Radiosendung aus dem Irak: «Ich stamme aus dem 19. Arrondissement in Paris. Wir werden alle töten, die den Islam bekämpfen, kommt her und helft uns. Ich bin bereit, mich in die Luft zu sprengen!»

Einfache Ein- und Ausreise via Türkei

Anders als im Fall von Irak ist es relativ einfach, unbemerkt über die Türkei nach Syrien zu gelangen. Und es ist auch einfach, heimlich nach Frankreich zurückzukehren. Laut Richter Trevidic ist es fast unmöglich, die Dschihadisten wirksam zu überwachen: «Die Terrorgefahr steigt mit jedem Monat, der vergeht.»

Die Rebellen in Syrien würden durch radikale Islamisten verstärkt, aus Europa, besonders aus Frankreich. «Deshalb machen wir uns immer mehr Sorgen.» Im März 2012 zeigten die Mordanschläge von Toulouse auf Militärangehörige und eine Synagoge eindrücklich, wie gefährlich ein heimkehrender Dschihadist sein kann.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Engin Atakum, istanbul
    also bin auch Türke aber finde den islam total langweilig.eigentlich finde ich jede religion langweilig.jede davon kann man für mord und totschlag verwenden wenn sein muss.ich finde religion sollte verboten werden.Humanismus sollte gefördert werden.jeder der arbeitslos ist sollte nach afrika gehen und dort helfen ne komplett neue infrastruktur aufzubauen damit dort unsere mitmenschen ne zukunft haben anstatt zu unnützen kriegen zu wandern.heilige kriege jeder art sind schwachsinn
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Die Anziehung zu diesem Krieg hat nicht direkt mit dem Islam zu tun. Wenn es so wäre, hätten sich vor 20 Jahren nicht so viele Exil-Kroaten und Exil-Serben gemeldet, um zeitweise sogar nur Wochenendeinätze zu leisten und am Sonntagabend wieder zum Wohnort zurückzufliegen. Ich erinnere mich noch an ein Interview mit einem Australier, der allein aufgrund der Tatsache, dass seine Eltern Kroaten gewesen waren, bereit war, in einem für ihn völlig fremden Land gegen die Serben zu kämpfen.
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    1. Antwort von Björn Christen, Bern
      "Die Anziehung zu diesem Krieg hat nicht direkt mit dem Islam zu tun." - Klar hat es in grossen Teilen mit dem Islam zu tun. Wenn dir deine Religion verspricht, dass du direkt ins Paradies kommst, wenn du im Kampf für Allahs Sache stirbst, ist das sehr wohl ein grosser Anreiz für gläubige Moslems. Und der Trend bei den jungen, europäischen Moslems geht nicht hin zu mehr säkularem Denken, sondern genau in die andere Richtung. Und viele davon kann man nicht ausweisen, weil sie hier geboren sind.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    «Ich hörte, wie sie zu Allah beteten, das gefiel mir gar nicht.» Es ist verherrend, dass viele moslemische GrossEltern säkularer eingestellt und vernünftiger sind, als ihre via Satelliten-TV und Internet manipulierten GrossKinder, die den arabischen Ur-Islam, dieses wahhabitische Gift, aufsaugen wie ein Schwamm und sich am Sterben für Allah aufgeilen und in den Krieg ziehen. Noch schlimmer ist, dass die meisten davon wieder als trainierte Killer nach Europa zurückkehren und den Jihad mitbringen.
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