Krisentreffen zwischen Serbien und Kosovo

Serbien und seine ehemalige Provinz Kosovo pflegen ein schwieriges Verhältnis. Der Kommunalwahlkampf in Nordkosovo befeuert die Unstimmigkeiten. Beide Seiten suchten in Brüssel nach einer Lösung.

Bis spät in die Nacht haben die Regierungschefs von Serbien und Kosovo versucht, ihre Spannungen abzubauen. Geladen hatte EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton. Diese habe «ein wichtiges und nützliches Treffen» mit den beiden Politikern gehabt, teilte Ashtons Sprecherin am späten Montagabend über Twitter mit.

Einzelheiten nannte sie zunächst nicht. Die albanisch geführte Kosovo-Regierung hatte vergangene Woche ein Einreiseverbot für serbische Spitzenpolitiker verhängt und damit für Ärger in Serbien gesorgt.

Unstimmigkeiten vor Kommunalwahl

Der serbische Sender B92 berichtete, Serbiens Regierungschef Ivica Dacic habe das Treffen als «eines der erfolgreichsten» bezeichnet. Serbischen Politikern werde während des Kommunalwahlkampfes Zugang zu Kosovo gewährt.

Ob die serbische Lesart des Treffens mit jener von Kosovo übereinstimmt, ist noch unklar. Kosovos Ministerpräsident Hashim Thaci beschrieb das Treffen jedoch als «konstruktiv». «Über Besuchsanträge werde im Einklang mit dem Verfahren entschieden», sagte er.

Hintergrund des Brüsseler Treffens waren neue Unstimmigkeiten vor der am 3. November geplanten Kommunalwahl in Kosovo. Die Abstimmung ist der Kern der EU-Vermittlung in Kosovo. Mit ihr soll sich die serbische Minderheit in den fast nur noch von Albanern bewohnten Staat Kosovo einfügen und im Gegenzug eine weit gefasste Selbstverwaltung bekommen.