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International Lange trocken, dann viel Regen – das Klima der Zukunft

Kein Sturm brachte bislang grössere Zerstörung auf die Philippinen als «Haiyan». Werden solche Monster-Taifune in der Zukunft häufiger auftreten? Ein Trend ist schwer vorherzusagen. Forscher der ETH Zürich glauben jedoch: Das Klima wird extremer – auch in der Schweiz.

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu rund 315 Kilometern pro Stunde brach der Wirbelsturm «Haiyan» über die Philippinen herein. Noch gilt der Taifun als Ausnahmesturm. Doch wird die Ausnahme bald die Regel?

Eine neue Studie von Klimawissenschaftlern der ETH Zürich versucht die Klima-Trends der nächsten Jahrzehnte vorauszusagen. Bezüglich tropischer Wirbelstürme stossen die Klima-Experten jedoch an Grenzen. «Das sind sehr komplexe Phänomene», erklärt Reto Knutti, Professor für Klimaphysik, gegenüber SRF. Es liessen sich keine klaren Trends bestimmen.

Wärmer und mehr Niederschläge

Jedoch dürfte uns in den nächsten 30 bis 50 Jahren ein Temperatur-Anstieg bevorstehen. Betroffen sollen vor allem Europa und Nordamerika sein, wie Knutti weiter erklärt. Demnach sind auch in der Schweiz Jahreshöchsttemperaturen von über 40 Grad zu erwarten. Heute sind es rund 36 Grad. Zunehmen sollen auch die Niederschläge – und zwar weltweit.

Der langfristige Trend ist sonnenklar

Ungenau sind die Klimamodelle, wenn vorausgesagt werden soll, wo und wann genau extreme Wetterphänomene wie Dürren oder Überschwemmungen zu erwarten sind, sagt Knutti weiter. Klar sei aber: «Langfristig ist der Mensch der dominante Faktor.» Die Folgen der Erwärmung aufgrund des CO2-Ausstosses würden bis in hundert Jahren die Klima-Effekte dominieren.

Reto Knutti
Legende: Reto Knutti, Professor für Klimaphysik: Es gibt keine erkennbaren Langzeittrends bei tropischen Zyklonen. SRF

Kurzfristig aber – also für die kommenden Jahre und Jahrzehnte – seien genaue Prognosen schwierig: Die natürlichen Schwankungen von Jahr zu Jahr sind sehr gross und können die Folgen der Klimaerwärmung vorerst noch überlagern. Klar ist für Knutti aber: «Die nächste Hitzewelle kommt irgendwo und das nächste starke Niederschlagsereignis auch.» Jedoch sei der genaue Ort nicht voraussagbar. «Klar ist, dass diese Ereignisse zunehmen werden.»

Den Klima-Trend fasst der ETH-Forscher wie folgt zusammen: «Wir sehen eine leichte Verlagerung zu den Extremen – lange trocken und dann viel Regen auf einmal.»

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10 Kommentare

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  • Kommentar von S. Herrman, Stuttgart
    Nur seltsam, dass seit mehr als 15 Jahren es nicht mehr wärmer geworden ist und diese Forscher diesen Effekt mit ihren Klimamodellen (!) nicht erklären bzw. vorhersagen können. Das Klima hat sich schon immer geändert auch ohne die Existenz der Menschen. Unter Berücksichtigung der ganzen Wettermanipulationen mittels HAARP in Verbindung mit Chemtrails handelt es sich bei den Vorhersagen nur um selbsterfüllende Prophezeiungen. Welch Zufall findet kurz vor Verhandlungen dieser Tropensturm statt.
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    1. Antwort von Agnes Device, Illanz
      Dass es seit mehr als 15 Jahren nicht wärmer geworden ist, ist eine Lüge. Es ist wärmer geworden. Dass sich das Klima geändert hat, auch ohne Menschen, ist richtig. Allerdings heisst das nicht, dass wir keinen Einfluss haben, und erst recht nicht, dass dieser Einfluss nicht schädlich ist.
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    2. Antwort von S. Herrman, Stuttgart
      @A. Device: Ich möchte Sie bitten sich erst einmal richtig zu informieren bevor Sie Dritte der Lüge bezichtigen. Ich möchte Sie bitten als Ausgangspunkt für weitere Recherchen folgenden Bericht zu lesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/stillstand-der-temperatur-erklaerungen-fuer-pause-der-klimaerwaermung-a-877941.html . Nur nimmt sich der Mensch viel zu wichtig und überschätzt somit seinen Einfluss extrem.
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  • Kommentar von Konrad Meister, Zürich
    Fantastisch: Die Landesgrenzen auf den Karten im Hintergrund von Prof. Knutti sind leicht veraltet, wie man an der DDR, der Tschechoslowakei, und Jugoslawien erkennt. Ich hoffe, mit den Klimadaten wird an der ETH erheblich sorgsamer umgegangen! Oder musste da ein Assistent schnellschnell irgendein buntes Bildchen raufladen weil sich SRF nur 5 Minuten im Voraus angemeldet hat? :-)
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  • Kommentar von Dieter Wundrak, Frenkendorf
    Was die Zukunft uns bringt in der Natur, das können wir nur erahnen. Und wenn man jetzt nach Polen schaut, wo sie sich darüber streiten, dann kann einem noch mehr Angst werden um das Leben der Menschen in so ein paar Jahren. So fair will ich sein, dass ich nicht sage, dann werde ich nicht mehr leben. Nein, ich sage, einfach vernünftig werden und sich dem Problem voll bewusst werden.
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