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International Leichtathletik-Weltverband IAAF sperrt russische Sportler

Der Weltleichtathletik-Verband IAAF hält die Sperre für russische Leichtathleten aufrecht. Grund der Suspendierung ist das systematische Doping der Sportler. Der IAAF will aber «sauberen» russischen Sportlern und Whistleblowern eine Chance geben.

Legende: Video IAAF sperrt russische Sportler abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.06.2016.

Der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) verlängert die Sperre gegen den russischen Verband. Diesen Entscheid gab die IAAF an einer Medienkonferenz in Wien bekannt. Damit werden die russischen Athleten voraussichtlich nicht an der Europameisterschaft in Amsterdam und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnehmen.

Nachweislich saubere Athleten sollen sich aber um einen Einzelstart – eventuell unter olympischer Flagge – bewerben können. Über diesen Kompromiss wollen IAAF und das Internationale Olympische Komitee (IOC) am kommenden Dienstag an einem Treffen in Lausanne beraten.

Einstimmiger Beschluss und «machtvolle Botschaft»

Allerdings dürften nicht viele Athletinnen und Athleten von dieser Möglichkeit Gebrauch machen können. Denn sie müssen nachweisen, dass sie nicht in Verbindung mit dem russischen System standen.

Legende: Video Sebastian Coe zur Sperre russischer Athleten abspielen. Laufzeit 00:49 Minuten.
Aus News-Clip vom 17.06.2016.

IAAF-Präsident Sebastian Coe sprach nach dem einstimmigen Entscheid der 24 Ratsmitglieder von einer «machtvollen Botschaft». Der Entscheid der Council-Mitglieder fiel auf Grundlage und Empfehlung einer von der IAAF eingesetzten Taskforce, die die Reformfortschritte in Russland seit Januar überwacht hat.

Der völlige Ausschluss eines Verbandes ist gemäss Regel 45 im Ethik-Code der IAAF bei gravierenden Verstössen gegen Anti-Doping-Regularien zulässig.

Russland appelliert an Goodwill des IOC

Nach Bekanntwerden des IAAF-Entscheids sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, dass Russland rechtliche Schritte ergreifen werde, um gegen den Ausschluss der Athleten vorzugehen. «Natürlich werden wir die Rechte unserer Athleten verteidigen und sie auf rechtlicher Ebene unterstützen.»

Das russische Sportministerium hat zudem das IOC dazu aufgerufen, eine Teilnahme russischer Leichtathleten an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro doch noch zu ermöglichen. Die vom IAAF ausgesprochene Sperre müsse noch einmal überdacht werden. Russland sei zutiefst enttäuscht. Das Land habe alles getan, was die IAAF im Kampf gegen Doping verlangt habe.

Putin verneint staatliches Doping

Legende: Video Christoph Franzen: «Putin warnt vor antirussischer Politik» abspielen. Laufzeit 00:33 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.06.2016.

Bereits vor dem Entscheid der IAAF hatte sich Russlands Staatspräsident Wladimir Putin zu Wort gemeldet: «Das ganze Team kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden für einen Einzelnen, der gegen die Regeln verstossen hat.»

Putin wies ausserdem erneut Vorwürfe wegen systematischen und von staatlichen Stellen organisierten Dopings in seinem Land zurück: «Es gibt keine Unterstützung der Regierung für Regelverletzungen im Sport, besonders nicht in der Frage des Dopings, und es kann auch keine geben.»

Die Vorwürfe

Es geht um Staatsdoping, Vertuschung von Kontrollen und Korruption. Trainer und Funktionäre sollen den Betrug befördert und gedeckt haben. Zwischen dem 15. Februar und 29. Mai konnten in Russland 736 Dopingkontrollen nicht durchgeführt werden. So sollen Kontrolleure von Athleten massiv behindert und vom Geheimdienst eingeschüchtert worden sein.

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40 Kommentare

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  • Kommentar von Max Blatter (maxblatter)
    So wie der Entscheid des IAAF zunächst in der Presse dargestellt wurde, habe ich mich darüber geärgert: das klassische Vorgehen nach dem Muster "Suche der Schuldigen - Bestrafung der Unschuldigen". Wenn nun aber diesen "Unschuldigen" die Möglichkeit zum Start unter neutraler Flagge gegeben wird - dann finde ich dies ein durchaus faires Vorgehen. Bravo! Hoffentlich machen die betreffenden Athletinnen und Athleten möglichst zahlreich davon Gebrauch - ohne von Putin daran gehindert zu werden!
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  • Kommentar von M. Berger (Mila)
    In Sachen Doping wohl kaum ein Unterschied. Der neue kalte Krieg greift nun dank der widerlichen Heuchelei von beeinfl. Organisationen über auf sportliche Anlässe. Auch eine Methode, sehr gut trainierte Sportler für das eigene Land zu gewinnen. Mal sehen, wieviele russische Supersportler in Zukunft als Potential für Medaillen in westliche Länder eingel. und eingebürgert werden. Meld. heute: Russische Sportler in westlichen Ländern sollen unter den Farben des Wohnlandes in Rio teilnehmen können.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Klare Linien für einen "sauberen", fairen Sport!! Keine Macht dem Doping!! Bleibt die Frage: wer produziert denn Dopingmittel? Natürlich einmal mehr, die mächtige, skrupellose, profitgierige Pharma-Lobby/Mafia!! Wer stoppt deren verachtenswürdigen Machenschaften der Zerstörung und Vergiftung von Natur, Tier und Mensch?? Bundesrat, Lobbyisten, bezahlte PolitikerInnen mit den entsprechenden VR-Mandaten, Ärzteschaft und Co: Viel zu viele habgierige ProfiteureInnnen - Skrupellosigkeit!!!
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