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Aus Tagesschau vom 15.07.2017.
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Dissident und Nobelpreisträger Liu Xiaobo bestattet

Zwei Tage nach seinem Tod ist die Asche des chinesischen Friedensnobelpreisträgers Liu Xiaobo ins Meer gestreut worden. Das gab sein Bruder Liu Xiaoguang auf einer Medienkonferenz bekannt. Wenige Stunden zuvor war der Menschenrechtsaktivist eingeäschert worden.

An der Zeremonie in der nordostchinesischen Stadt Shenyang nahmen nach Angaben der Behörden seine Frau Liu Xia, weitere Angehörige und einige Freunde teil. Lius Witwe sei «sehr niedergeschlagen» gewesen, erklärte der Vertreter der Stadtverwaltung, Zhang Qingyang.

Behandlung im Ausland verweigert

Liu Xiaoguang, zu dem der Nobelpreisträger Berichten zufolge keinen Kontakt mehr hatte, dankte der Kommunistischen Partei bei einer Pressekonferenz für die Organisation der Bestattung. Kritiker fürchten, bei der Zeremonie könne es sich um einen Versuch des Staates handeln, alle Spuren des Dissidenten auszulöschen.

Lius Ehefrau hatte sich zunächst nicht geäussert. In einer später kursierenden handgeschriebenen Mitteilung und einer kurzen Videobotschaft schien sie die Seebestattung zu unterstützen.

Liu war am Donnerstag im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Leberkrebserkrankung gestorben. Gut einen Monat zuvor war er nach mehr als acht Jahren in Haft aus dem Gefängnis in ein Spital in Shenyang verlegt worden. Bis zuletzt verweigerten die Behörden dem Demokratieaktivisten eine Behandlung im Ausland.

Hausarrest ohne Anklage

Liu verbüsste in China eine Haftstrafe, weil er in einem Manifest zur Demokratisierung des Landes aufgerufen hatte. 2010 erhielt der Bürgerrechtler und Regierungskritiker für sein Engagement den Friedensnobelpreis, den er aber wegen seiner Inhaftierung nicht entgegennehmen konnte.

Nach seinem Tod wuchs die Kritik am Hausarrest der Witwe des Dissidenten. Ein Regierungsvertreter erklärte am Samstag, Liu Xia sei frei. Er führte dies jedoch nicht näher aus. Liu Xia stand seit der Verleihung des Nobelpreises an ihren Mann im Jahr 2010 faktisch unter Hausarrest, obwohl offiziell nie Anklage erhoben wurde.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Wer mit Regierungen "Geschäfte" macht, welche Menschenleben- und rechte missachtet, mittels Korruption und Gewalt regiert, der macht sich mitschuldig an Leid und Tod von Menschen (Schweizer Wirtschafts-Politik)!! "Mitgegangen - mitgehangen"!!
    1. Antwort von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
      Also Boykott an allen NATO Staaten? Schön wär's
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Die "Guten" werden "ermordet", die "Miesen" dieser Welt, morden weiter und schaffen es, dank "rückgratlosen" Regierungen, weiter zu bestehen und sich zu bereichern = "mitgegangen, mitgehangen"!
  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Ein ganz komischer Nobelpreis, denn er heisst “Frieden“ aber Liu rief dazu auf ein friedliches politisches Regime zu zerschlagen. Überhaupt rief er nur auf und hat nichts erreicht. Warum also der Preis? Wäre China zusammengebrochen wie Syrien oder Libyen, was hätte das dem Frieden genutzt? Würden Chinesen plötzlich fliehen, dann wären es nicht nur ein paar Millionen die nach Europa kommen. Eine wirklich tragische Fehlentscheidung des Nobel Komitees
    1. Antwort von Max Widmer  (1291)
      Von was für einem "friedlichen" politischen Regime sprechen Sie? Erinnern Sie sich zB an die "friedliche" Knebelung des tibetischen Volkes?
    2. Antwort von V. Studer  (V. Studer)
      Und was ist mit dem Tian'anmen-Massaker?
    3. Antwort von Hans Fürer  (Hans F.)
      Ihre Ansicht entspricht exakt derjenigen des staatlichen Propaganda-Ministeriums von China.
    4. Antwort von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
      Seit Tiananmen 1989 haben unsere Verbündete u.a. folgende Länder bombardiert: Serbien, Irak, Afghanistan, nochmal Irak, Libyen, Syrien und einige “kleine“, zudem aussergerichtlich rund zehntausend Terroristen und Kollateralschäden getötet. China hat in der Zeit nicht ein Land angegriffen. Das mein ich mit friedlich. Dank steigenden Einkommen konnten zudem rund 700 Millionen Menschen bitterster Armut entfliehen. Was hat der Westen in der Zeit vorzuweisen? Und nochmals: was tat Liu Xiaobo?