London verbietet Dieudonné die Einreise

Der umstrittene französische Komiker darf in Grossbritannien nicht für den angeschlagenen Fussballer Anelka einstehen. Ihm wird die Einreise verweigert, wie eine Sprecherin des Innenministeriums in London bestätigte. Dieudonné steht wegen Antisemitismus in der Kritik.

Dieudonné am Rednerpult. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dieudonné verteidigt sich gegen die Vorwürfe in seinem Programm «Le Mur» an einer Pressekonferenz Mitte Januar in Paris. Keystone

Britische Medien hatten in der vergangenen Woche berichtet, dass Dieudonné M'bala M'bala in Grossbritannien auftreten und eine Pressekonferenz zur Unterstützung des französischen Fussballstars Nicolas Anelka geben wolle.

Nun wird es nicht dazu kommen: Die Regierung in London hat dem umstrittenen Komiker die Einreise verboten. «Tagesanzeiger.ch/Newsnet» hatte bereits über die Einreiseverweigerung berichtet. Zur Begründung hiess es beim Innenministerium, Einreiseverbote gegen Individuen würden verhängt, wenn es Bedenken hinsichtlich der öffentlichen Ordnung oder der öffentlichen Sicherheit gebe.

Anelka macht «Quenelle»-Gruss

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Dieudonné in der Schweiz

Dieudonné sollte am Montagabend in Nyon (VD) auftreten. Die Stadt gewährte die Aufführung, kündigte aber an, verbale Entgleisungen bei der Justiz anzuzeigen. Lesen Sie hier mehr.

Dieudonné ist unter anderem für den sogenannten Quenelle-Gruss bekannt. Dieser erinnert an den Hitler-Gruss, wird von Dieudonné aber als systemkritische Geste bezeichnet. Beim «Quenelle»-Gruss wird die linke Hand auf den durchgestreckten rechten Arm gelegt. Die Geste wurde auch schon von führenden Mitgliedern der rechtsextremen Front National in Frankreich gezeigt.

Der frühere französische Nationalspieler Anelka hatte die Geste am 28. Dezember beim Spiel seines Vereins gegen West Ham United gezeigt und sich damit ein Disziplinarverfahren des englischen Fussballverbands FA eingehandelt. Anelka beteuerte, er sei «weder rassistisch noch antisemitisch».