Rücktritt in Frankreich Macrons Regierung in Turbulenzen

Die Verteidigungsministerin Sylvie Goulard tritt wegen einer Scheinanstellung zurück.

Sylvie Goulard winkt Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sagt nach nur einem Monat adieu: Frankreichs Verteidigungsministerin Sylvie Goulard. Reuters

  • Die französische Verteidigungsministerin Sylvie Goulard tritt wegen einer Scheinbeschäftigungsaffäre ihrer Partei MoDem zurück.
  • Goulard ist neben Wohnungsbauminister Richard Ferrand das zweite Kabinettsmitglied, das der neuen Regierung nicht angehören wird.

Die 52-jährige Ministerin der Mitte-Partei MoDem stolperte über eine mögliche Scheinbeschäftigungs-Affäre. Es besteht der Verdacht, dass ihre mit Präsident Emmanuel Macron verbündete Zentrumspartei MoDem im EU-Parlament Mitarbeiter von EU-Abgeordneten in Wirklichkeit für Parteiaufgaben einsetzte. Die französische Justiz hat diesbezüglich Ermittlungen aufgenommen. Sie wolle nicht, dass ihr Ressort und die Angehörigen der Streitkräfte von dieser Affäre in Mitleidenschaft gezogen würden, erklärte die Ministerin.

Ferrand nicht in neuer Regierung

Kurz zuvor war bekannt geworden, dass der bisherige Wohnungsbauminister Richard Ferrand nicht Teil der Regierung Macron sein wird. Er soll im Parlament neu Fraktionschef der Partei «La République en marche» werden.

Der ehemalige Wahlkampfmanager des Präsidenten steht seit Wochen wegen Vorwürfen dubioser Geschäfte unter Druck. Medien zufolge soll er als Chef einer Krankenversicherung Büroräume von seiner Partnerin angemietet haben. Ferrand weist ein Fehlverhalten zurück.