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International Magnitski posthum verurteilt

Ein russisches Gericht hat den russischen Anwalt Sergej Magnitski wegen Steuerbetrugs verurteilt. Magnitski ist 2009 in einem Moskauer Gefängnis qualvoll ums Leben gekommen.

Das Strafverfahren war international als absurd kritisiert worden, weil sich ein Toter nicht verteidigen könne. Menschenrechtler werfen der Justiz vor, den Ruf des Anwalts nachträglich beschmutzen zu wollen.

Das Verfahren gegen Magnitski werde formell eingestellt, sagte Alissow. Eine Rehabilitierung sei nicht möglich. Der Richter verurteilte Magnitskis Chef William Browder vom Finanzunternehmen Hermitage Capital in Abwesenheit zu neun Jahren Lagerhaft.

«Der Prozess ist ein Versuch, den Tod von Sergej Magnitski zu rechtfertigen», sagte der Anwalt der Witwe, Dmitri Charitonow. Die Verteidigung hatte die Verhandlung als illegal bezeichnet und ihre Teilnahme verweigert.

Im Gefängnis zu Tode geprügelt

Hermitage Capital warf Kremlchef Wladimir Putin persönlich vor, Drahtzieher der Anklage zu sein. Putin schütze «korrupte Beamte, die einen unschuldigen Anwalt ermordet» hätten.

Magnitski hatte Beamte des Innenministeriums beschuldigt, den Staat um rund 200 Millionen US-Dollar geprellt zu haben. Kurz darauf war der 37-Jährige unter Vorwürfen des Steuerbetrugs festgenommen worden.

Der Fall hatte international für Aufsehen gesorgt. So hatten die USA gegen Funktionäre, die gegen den Anwalt vorgegangen waren, Sanktionen verhängt. Auch andere Staaten erwägen dies.

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