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International «Matthew» bringt unsägliches Leid über Haiti

Während Hurrikan «Matthew» nach Nordosten weiter wandert, hat der Wirbelsturm in Haiti eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Er forderte fast 900 Todesopfer und zehntausende Menschen wurden obdachlos.

Legende: Video Tod und Verwüstung in Haiti abspielen. Laufzeit 01:29 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.10.2016.

Das grösste Leid brachte der Wirbelsturm über Haiti, das ohnehin eines der ärmsten Länder der Welt ist. Die Zahl der Todesopfer stieg auf mindestens 877.

«Matthew» tobte über die westliche Halbinsel mit Wind-Geschwindigkeiten von mehr als 233 Stundenkilometern und sintflutartigem Regen. Rund 61'500 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht, teilten die Behörden mit. Im am schwersten getroffenen Süden des Landes wurden mindestens 29'000 Häuser zerstört.

Eine Million Menschen hilfsbedürftig

Senator Hervé Fourcand sprach davon, dass Haiti eine neue humanitäre Katastrophe droht. Auch die Angst vor Epidemien wie Cholera geht in dem Land erneut um, das im Jahr 2010 durch ein Erdbeben bereits schwer zerstört worden war.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Care-France sind eine Million Menschen in Haiti hilfsbedürftig: «Viele Einwohner haben alles verloren. Sie haben nichts mehr ausser der Kleidung, die sie tragen.» Im besonders stark betroffenen Department Sud seien 283 Menschen getötet worden, berichtete der Radiosender Metropole unter Berufung auf den örtlichen Zivilschutz.

«Es braucht Notunterkünfte und Wasser. Wasser ist in Haiti immer ein Problem», erklärte der Journalist Klaus Ehringeld im Gespräch mit SRF. Man benötige auch wieder Baumaterial, um die Tausenden von Unterkünften aufzubauen, die kaputt gegangen seien. Natürlich sei auch wieder viel Geld erforderlich.

EU kündigt Hilfslieferungen an

In Medienberichten war teils von deutlich höheren Opferzahlen die Rede. In der Stadt Jérémie seien 80 Prozent der Häuser zerstört oder beschädigt, sagte eine Care-Mitarbeiterin. Die Region war noch immer weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten. Care rechnet damit, dass die Opferzahl noch weiter steigt.

Das Welternährungsprogramm brachte Lebensmittel in die Region. Die EU kündigte am Freitagabend an, weitere 1,5 Millionen Euro an Nothilfe für die Opfer auf Haiti bereitzustellen. Zudem reiste ein Expertenteam in die betroffenen Gebiete, um etwa bei der Wasser- und Gesundheitsversorgung zu helfen.

Spendenaufruf

Logo und Schriftzug der Glückskette

Die Glückskette ruft zu Spenden für Südsudan, Somalia und Nigeria auf. Spenden können auf das Postkonto 10-15000-6 mit dem Vermerk «Hungersnot Afrika» überwiesen werden. Auf www.glueckskette.ch oder mittels Swiss-Solidarity-App sind ebenfalls Spenden möglich.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Niklaus Schmutzli (- Scheidegger)
    http://www.srf.ch/sendungen/glanz-und-gloria/people/schweiz/christa-rigozzi-auf-haiti-ich-bin-traurig-und-schockiert Mit "HAITI ON ICE 2013" war ich auch traurig und schockiert: Die Erhaltung des Eises kostete etwa 1500 Franken pro Stunde. Für eine Bevölkerung, die im Durchschnitt jährlich 370 Franken verdient, dürften die Eintrittspreise von vier bis 45 Franken ebenfalls zu hoch gewesen sein. - Oh Mensch!
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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Ich verstehe auch nicht, warum man als Eingangsbild für diesen Beitrag, ein Bild stellt , aus festerer Bauweise , welches noch bewohnbar ist. Die Tatsache ist doch eine ganz andere. Mit den Hilfsgeldern wurden schnell aufgebaute Holz oder Blechhütten (Häuser) teils von den Einwohnern selbst hergestellt, errichtet. Diese konnten dem Sturm nicht standhalten.
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Die Medien sprechen immer von zerstörten Häusern. Die Bilder sprechen eine andere Sprache. Diese armen Menschen haben leider zumeist nur Hütten uas Holz, Blech und Matten. Gut gebaute Häuser aus Zement leiden weniger, dass mal Dächer beschädigt werden o.k. Die Hilfswerke haben es grösstenteils versäumt, den Menschen nach dem Erdbeben gute Häuser zu bauen. Man gab ihnen Material, damit sie selber wieder ihre Häuser aufbauen konnten. Daraus sind meistens Hütten gebaut worden. Das rächt sich.
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