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International Mehr Rechte für Homosexuelle: Italien debattiert neues Gesetz

Eingetragene Partnerschaften und Adoption von leiblichen Kindern des Partners: Das sollen Homosexuelle laut einem Gesetzesentwurf in Italien künftig dürfen. Doch das Vorhaben ist selbst in der Regierungsmehrheit umstritten.

Legende: Video «Italien berät über Adoptionsrecht für Homosexuelle» abspielen. Laufzeit 2:04 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.01.2016.

Der Gesetzesentwurf zum Ausbau der Rechte homosexueller Paare, der derzeit im Senat diskutiert wird, spaltet die Regierungsmehrheit Italiens: Während die Demokratische Partei (PD) von Premier Matteo Renzi das Vorhaben verteidigt, wehrt sich der konservative Partner NCD (Neue Rechte Mitte).

Laut dem Entwurf sollen in Italien eingetragene Partnerschaften eingeführt werden. Zudem soll es möglich sein, leibliche Kinder des Partners zu adoptieren, sofern sie keinen weiteren anerkannten Elternteil haben. Noch ist unklar, wann im Senat eine Endabstimmung stattfindet – und wie deren Resultat aussehen wird. Laut Umfragen sind die Italiener für eingetragene Partnerschaften, lehnen jedoch mehrheitlich das Adoptionsrecht für Homosexuelle ab.

Katholische Verbände dagegen

In fast 100 Städten Italiens waren am Samstag die Menschen auf die Strasse gegangen, um die gesetzliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu verlangen. Mehrere Organisationen hatten zum landesweiten Protest aufgerufen.

Gegen den Entwurf haben katholische Verbände am kommenden Samstag einen «Familientag» in Rom ausgerufen. Mit dieser Grosskundgebung wollen sie die auf der Ehe aus Mann und Frau basierende Familie verteidigen. Italien ist das letzte grosse Land Westeuropas, in dem es keinen rechtlichen Status für homosexuelle Paare gibt.

11 Kommentare

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  • Kommentar von Nikolas Wirz (Libertär)
    Mache Dinge müssen einfach nicht sein. Hätte Gott, oder die Natur, gewollt, dass gleichgeschlechtliche Paare Kinder haben, dann wäre das auch so möglich. Ein Kind braucht einen Vater und eine Mutter und darf nicht zu einem puren Lifestyle Objekt werden, dass man sich wie ein Haustier kauft. Ganz zu schweigen von der gesellschaftlichen Kritik, welche ein Kind gleichgeschlechtlicher Eltern wahrscheinlich leider erdulden müsste.
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    1. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      Sie sollten die Überschrift noch einmal genau lesen. Es geht um leibliche Kinder des Partners. Wie Kinder von homosexuellen Paaren (meist von anderen Kindern) behandelt wird, ist ein gesellschaftliches Problem. Vorurteile schnappen Kinder meist bei heterosexuellen Paaren auf. Vor einigen JZ'en waren Waisen in der Gesellschaft benachteiligt, obwohl es keinen relevanten Grund dafür gab. Gerade auch Kirchen haben einen unrühmlichen Anteil daran (Missbrauch). Nannte sich christliche Güte.
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    2. Antwort von Mike Steiner (M. Steiner)
      Bevor Sie zu einer öffentlichen Frömmelei ansetzen, sollten Sie den Artikel genau lesen. Es geht in Italien bei der Adoptionsfrage ausschliesslich um "leibliche Kinder des Partners". Kinder "aus eigenem Fleisch und Blut" eines der Partner (und nicht mal unbefleckt! Da staunen Sie, was?) also, die gewiss gerne schwule Eltern vorziehen, bevor sie im Waisenhaus oder bei Fremden landen.
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    3. Antwort von Arnold Weiss (A.Weiss)
      @N.Wirz Sagt Ihnen das philosophische Thema "Naturalistischer Fehlschluss" etwas? Wenn Nein, dazu gibt es viel Literatur & Wikipedia. Es sagt aus, dass es nicht unser menschliches Ziel sein sollte, die Natur als Mass aller Dinge zu nehmen. Bzw etwas als Ideal vorauszusetzen, nur weil es in der Natur so ist. Wäre sie das Mass aller Dinge, wäre es uns ohne weiteres erlaubt, Fremde Kulturen umzubringen, zu vergewaltigen, zu rauben etc, da das ja ganz natürlich ist (war es zur Steinzeit wirklich!!)
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    4. Antwort von Nikolas Wirz (Libertär)
      Herr Szabo u. Steiner, mein Fehler. Habe den Artikel ehrlich gesagt nur überflogen. Der leibliche Vater hat natürlich ein Recht auf sein Kind. Herr Weiss, ich muss Ihnen widersprechen. Die Menschliche Natur hat sich in tausenden Jahren der Evolution nicht sinnlos entwickelt. So ist es z.B. statistisch bewiesen, dass ein Kind, welches Zugang zu nur einem Elternteil, bzw. keine Vaterfigur hat, wahrscheinlicher ist, einmal straffällig zu werden.
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    5. Antwort von Ursula Schüpbach (Artio)
      Das mit der sog. Vaterfigur kann auch dann total daneben gehen, wenn es sich um den biologische Vater handelt. Es gibt genügend Dramen dazu.
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  • Kommentar von Urs Graf (U.Graf)
    Sorry liebes SRF, man kann ja gerne das Thema bringen aber muss dieses Foto wirklich sein? Ich persönlich fühle mich dadurch belästigt
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    1. Antwort von SRF News
      Was haben Sie denn bloss gegen das Kolosseum?! ;)
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    2. Antwort von Urs Graf (U.Graf)
      Es ist kein natürlicher Bau, das Kolosseum und letztendlich dem Zerfall geweiht ;-)
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    3. Antwort von Dölf Meier (Meier Dölf)
      Ich sehe das auch so. Es hat einen Hauch von Dekadenz.
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    4. Antwort von Charles Halbeisen (ch)
      Die Antwort von SRF ist witzig, aber in der Sache hat Urs Graf recht.
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