Meldungen über russische Militärhilfe in Syrien

Unterstützt Russland den syrischen Machthaber Baschar al-Assad mit Waffen und Logistik? Die US-Regierung verfolgt sehr genau die Meldungen, die diese Annahme stützen. Putin weist diese Nachrichten als voreilig zurück.

Putin und Assad schütteln sich die Hände. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Haben sich schon immer gut verstanden: Putin und Baschar al-Assad. Reuters/ 19.12.2006

Die US-Regierung verfolgt derzeit sehr genau die Nachrichten, wonach Russland sich an militärischen Aktivitäten in Syrien beteiligt. Man sei, so ein Sprecher der US-Regierung, «auf dem Laufenden über Berichte, dass Russland militärisches Personal und Fluggerät in Syrien eingesetzt haben könnte».

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4:08 min, aus SRF 4 News aktuell vom 04.09.2015

Der Sprecher verwies auf die Gefahr einer solchen Intervention hin: «Jegliche militärische Unterstützung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad zu irgendeinem Zweck, ob es in Form von militärischem Personal, Fluggerät, Lieferungen, Waffen oder Finanzierung ist, ist sowohl destabilisierend als auch kontraproduktiv».

Meldungen von Drohnen und Kampfjets

Er reagierte damit auf die Veröffentlichung von Bildern in Konten von sozialen Netzwerken, die syrischen Kämpfern zugeschrieben werden. Die Fotos sollen russische Flugzeuge und Drohnen in der Nähe der nordwestsyrischen Provinz Idlib zeigen.

Unbestätigten Berichten zufolge ist unter anderem ein moderner Kampfjet vom Typ Suchoi 34 zu sehen. Bislang war nicht bekannt, dass Syrien über solche Kampfflugzeuge verfügt. Ein US-Regierungsvertreter sagte, Russland habe «um Genehmigungen für Militärflüge in Syrien» gebeten, es sei aber unbekannt, welche Ziele Moskau damit verfolge.

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Assad zu Neuwahlen bereit?

Baschar al-Assad ist laut Wladimier Putin zu Neuwahlen und zur Beteiligung der gemässigten Opposition an der Regierung bereit. «Es gibt ein Verständnis dafür, dass die Vereinigung der Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus parallel mit einem gewissen politischen Prozess in Syrien einhergehen sollte», sagte Putin am Freitag in Wladiwostok.

Putin dementiert halbherzig

Kremlchef Wladimir Putin hat Spekulationen über eine Beteiligung russischer Soldaten am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien als voreilig zurückgewiesen. «Darüber zu sprechen, ist verfrüht», sagte der russische Präsident bei einem Wirtschaftsforum in Wladiwostok an der Pazifikküste. Russland prüfe verschiedene Möglichkeiten. Doch der Einsatz von Soldaten stehe noch nicht auf der Tagesordnung, betonte er.

Die radikale Sunnitenstreitmacht hat in grossen Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen. US-geführte Luftangriffe auf IS-Stellungen in Nahost kritisierte Putin. «Die Effektivität dieser Luftangriffe ist gering», meinte er der Agentur Interfax zufolge.