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Midterm Elections 2014 Jetzt beginnt erst der grosse Wahlkampf

Die Mehrheit in beiden Kammern: Der Sieg der Republikaner ist überwältigend. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt.

Der Sieg der Republikaner könnte sich am Ende als Pyrrhussieg erweisen. Sie profitierten von der tiefen Wahlbeteiligung – nur rund ein Drittel der Wählerinnen und Wähler gaben ihre Stimme ab. Untersuchungen zeigen, dass es Latinos, Schwarze und Frauen sind, die in Zwischenwahlen den Urnen fernbleiben. Sie wiederum gehören zu der Wählerbasis der Demokraten.

Ausserdem ist es den Republikanern in den letzten Jahren gelungen, durch geschicktes Ziehen der Wahldistrikte homogene Gebiete mit einer älteren weissen Bevölkerungsmehrheit zu schaffen. Das nützte ihnen in diesen Wahlen.Und mit konservativen Anliegen wie dem Kampf gegen die illegale Einwanderung, gegen den übermächtigen Staat, gegen die Politelite in Washington konnten die Republikaner ihre Basis mobilisieren.

Gegen den demographischen Trend

Diese Strategie ist eine potenzielle Zeitbombe. Denn die republikanische Partei kämpft unweigerlich gegen den demographischen Wandel an. Mit dem Appell an eine sehr homogene weisse Wählerschaft verlieren die Republikaner an Popularität bei jenen Bevölkerungsgruppen, die in den USA am stärksten anwachsen: den Latinos, den Schwarzen und den asiatisch-stämmigen US-Bürgerinnen und - Bürgern. Sie spielen Jahr für Jahr eine grössere Rolle.

Bereits heute bekunden die Republikaner Mühe, generelle Wahlen zu gewinnen, etwa Gouverneurswahlen in US-Bundesstaaten mit grosser Latino-Bevölkerung oder Präsidentschaftswahlen.

Die Republikaner auf der Suche

2016 ist die Ausgangslage eine andere: Die Republikaner werden mehr Sitze zu verteidigen haben als die Demokraten. Dieses Mal war es umgekehrt. Und bei Präsidentschaftswahlen gehen deutlich mehr Menschen an die Urne, was wiederum den Demokraten nützt.

Ausserdem zeichnet sich bis jetzt kein eindeutiger Kandidat ab auf Seiten der Republikaner. Die Liste der Interessenten ist lang, mit den Senatoren Rand Paul, Ted Cruz und dem Gouverneur von Wisconsin, Scott Walker, am rechten Rand, in der Mitte mit dem früheren Gouverneur Floridas Jeb Bush und dem Gouverneur Chris Christie aus New Jersey. Jeder von ihnen kämpft mit bedeutenden Schwächen.

Nach der Wahl ist vor der Wahl

Allen Erwartungen nach wird auf der anderen Seite Hillary Clinton antreten. Ob sie als altbekannte Figur die Wählerschaft mobilisiert, bleibt abzuwarten. Doch eine gestählte Wahlkämpferin ist sie durchaus.

Die republikanische Partei steht nach ihrem Wahlsieg vor einer neuen Herausforderung: Sie muss nun versuchen, in kurzer Zeit breitere Bevölkerungsschichten anzusprechen. Nur wenn ihr das gelingt, hat sie auch eine Chance, 2016 wieder ins Weisse Haus einzuziehen.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Luca Strebel, Rüttenen
    "Seit sechs Jahren erlässt das republikanisch dominierte Repräsentantenhaus Gesetze, die im demokratisch kontrollieren Senat begraben werden." Das ist nicht korrekt. Zwischen 2008-2010 hielten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Erst dann verloren sie dort die Mehrheit.
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  • Kommentar von K. Frei, Dübendorf
    Es ist vollkommen egal ob Republikaner oder Demokraten an der Macht sind. Nach Bush kam Obama - und dieser hat mit seiner Ausweitung der Kriege in zig Ländern, sowie den nicht-eingelösten Wahlversprechen bewiesen, dass sich nichts ändert. Man schaue sich einfach mal die Firmen an, die für BEIDE Parteien die Gelder spenden...wer zahlt, befiehlt.
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  • Kommentar von peter müller, zürich
    Dieser Präsident wird primär noch verwalten. Der Schaden für die Demokraten ist gigantisch. Hillary Clinton kann Ihre Kampagne einstellen. Sie wäre noch chancenloser als Obama. Ein Präsident ohne jegliche Exekutiverfahrung ohne Auslandkenntnisse war nie eine besonders gute Idee. Obama bleibt am liebsten im Weissen Haus - hat ganz schlechten Kontakt zu vielen Staatspräsidenten. Die Ukraine und Syrien wurden zum totalen Flop - verdecken selbst halbwegs positive Wirtschaftszahlen.
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