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International Migrationsexpertin: «Länder werden um Zuwanderer buhlen»

Nicht nur in der Schweiz ist die Personenfreizügigkeit der EU ein Thema. Auch innerhalb der EU sorgt das Thema für Gesprächsstoff. In Zukunft werden Zuwanderer begehrt sein, sagt eine Expertin.

In Deutschland wehrt sich die deutsche CSU gegen Sozialmissbrauch und Armutseinwanderung: Seit dem 1. Januar haben Bulgarien und Rumänien die volle Freizügigkeit. «Migration ist zurzeit ein Thema in fast allen europäischen Ländern und sehr oft geprägt von innenpolitischen Fragen», sagt die Expertin Sabine Klinglmair vom International Center for Migration Policy in Wien.

Keine Massenbewegungen

Durch die EU-Erweiterungen wurde die Mobilität in Europa gestärkt, sagt Klinglmair. Die Zahlen seien jedoch relativ konstant geblieben: «Zwei Prozent der EU-Bürger leben und arbeiten in einem anderen EU-Mitgliedstaat. Die befürchteten Massenbewegungen sind bisher ausgeblieben.»

Migrationsströme unterliegen einem Wandel der Zeit, sagt die Expertin. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ging die Bewegung von Osten Richtung Westen. Damals waren vor allem Spanien, Grossbritannien und Irland sehr beliebte Einwanderungsländer. «Zurzeit, bedingt durch die Wirtschaftskrise, geht die Bewegung von Süden nach Norden.»

Mehr Leute aus- als eingewandert

Die Wirtschaftskrise habe in einigen Ländern eine negative Zuwanderungsbilanz verursacht, zum Beispiel in Deutschland im Jahr 2009. Das bedeutet, dass mehr Leute aus einem Land ausgewandert sind als in dieses Land eingewandert.

Auch in Zukunft müsse die Thematik anders angegangen werden, sagt Klinglmair. Durch die schrumpfende arbeitende Bevölkerung und die Überalterung in den europäischen Gesellschaften werde der Bedarf an Zuwanderern steigen. Die Frage wird sein, so die Expertin: «Wie werde ich als Staat attraktiv für Zuwanderer?»

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28 Kommentare

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  • Kommentar von Marianne Roe, Gwatt
    Das tun sie schon heute ! Firmen, denen die Schweiz und ihr Wohlergehen gleichgültig ist, tun dies, um billige Arbeitskräfte hereinzuholen. Wir haben aber in der Schweiz schon jetzt viel zu viele Arbeitsplätze, die dürfen ruhig abgebaut werden. Dann haben wir am Schluss wieder Arbeitsplätze für Leute, welche die Schweiz lieben und voranbringen (nicht mit Wachstum) wollen. Mir ist es egal, wenn wir mal eine Million unzufriedener Schweizer ausweisen und dafür gute Ausländer behalten!
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    1. Antwort von E. Waeden, H
      Aber dass diese gut ausgebildeten Ausländer dann in ihrem Land fehlen egal? Aus Griechenland z. B sind mittlerweile 7000 Ärzte ausgewandert, die jetzt da den Menschen fehlen. Nein, ich verstehe das Problem nicht. Vor der PFZ mit Kontingenten hat unsere Wirtschaft auch wunderbar funktioniert. Da holte man die Menschen vom Erntehelfer, Hilfsarbeiter bis zum Fachpersonal, das man brauchte & diese Massenmigration hat es nicht gegeben, sodass dann gute Leute in eigenen Ländern fehlten.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Da wird im sog. Frieden- und Wohlstand-Projekt EUdSSR die ganze Zeit die "europäische Solidarität" propagiert. Da frage ich mich, was es mit Solidarität zu tun hat, wenn man in armen Ländern wie z.B. Bulgarien und Rumänien via PFZ auch noch die letzten Fachkräfte abwirbt, die es dort viel dringender braucht als bei uns. Skrupellose EU-Heuchler!
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  • Kommentar von S.Frehner, Matzingen
    Ein Ja zur SVP-Initiative beschränkt die Zuwanderung nicht, sie schafft bloss ein planwirtschaftliches Bürokratiemonster. Die SVP will die Zuwanderung gar nicht wirkungsvoll beschränken, sonst verliert sie ihr bestes Wahlkampfthema. Deshalb lockt die SVP mit ihrer Pauschalbesteuerung und Ministeuer für ausländische Unternehmen auch noch mehr Ausländer ins Land. Die Initiative ist ein Mogelpäckchen. Sand in die Augen der dummen Schäfchen.
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    1. Antwort von D. Schmidel, St. Gallen
      Ihnen ist sicher selbst klar, alles was sie schreiben ist verdreht und falsch. Ich stimme mit JA weil ich schon immer gegen die PFK und gegen offene Grenzen war. Mit dem Votum kann jeder klar dazu Stellung nehmen und das passt Ihnen nicht.
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    2. Antwort von Marlene Zelger, 6370 Stans
      Ach, S. Frehner, schreiben Sie doch nicht solch einen Kabis. Natürlich will die SVP und leider nur sie, die Einwanderung stoppen, weil sie eben die nachteiligen Folgen der letzten Jahre erkannt hat und ehrlich und gradlinig auf den Tisch legt. Die SVP möchte eben nur Leute ins Labe holen, die für die Wirtschaft eine Bereicherung darstellen und keine Sozialfälle (mit Familiennachzug), die unser Sozialsystem und somit unsere Staatskasse belasten. Capito?
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    3. Antwort von Björn Christen, Bern
      @Frehner - so ein Schwachsinn! Die SVP hat ausser der masslosen Zuwanderung noch genug Themen, wo die Dinge ebenfalls im Argen liegen. Keine Angst, denen geht der Stoff nicht aus! Spästens nachdem Blocher und die SVP die Schweiz vor 20 Jahren vor einem verheerenden EU-Beitritt (apropos Planwirtschaftsmonster!) gerettet haben, sollten linke Motzer wie Sie in ihrer Kritik etwas dezidierter sein und realisieren, dass eben nicht alles schlecht ist, was von rechts der politischen Mitte kommt.
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