Missglückter Start für Roms erste Bürgermeisterin

Grosse Hoffnungen hatten die Bewohner von Rom in ihre neue Bürgermeisterin gesetzt – und nun das: Gut zwei Monate nach der Wahl machen Virginia Raggi und ihre 5-Sterne-Bewegung vor allem durch Streitereien von sich reden.

Raggi umringt von Journalisten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schlechte Stimmung in der Ewigen Stadt: Die neue Bürgermeisterin eckt an. Keystone

Es ist die grosse Abrechnung: Gestern wurden zwei Mitglieder der Stadtregierung und die Spitzen der beiden grössten städtischen Werke, der Verkehrsbetriebe und der Müllabfuhr, entlassen oder traten selber zurück.

Da gehen Leute, die eben erst angetreten waren, um die Ewige Stadt von ihren ebenso ewigen Verkehrs- oder Abfallproblemen zu befreien oder diese wenigstens zu lindern.

Der Hintergrund dieser schnellen Abgänge sind Flügelkämpfe in der Bewegung des Komikers Beppe Grillo. Die Leute, die ihre Posten verloren, gehören nicht zum engsten und verschworenen Kreis von Bürgermeisterin Raggi. Dafür war ihre Sach- und Fachkompetenz erwiesen und anerkannt.

Erinnerungen an das altbekannte Gekungel

Weil das Meinungsspektrum unter Grillos Leuten von rechts bis links reicht, wird in der 5-Sterne-Bewegung oft um Positionen gerungen und um Posten gestritten.

Und genau das könnte dem Movimento zum Verhängnis werden. Die 5-Sterne-Bewegung preist sich gern als die Alternative zu den traditionellen Parteien. Doch das, was nun unter Bürgermeisterin Raggi in Rom passiert, erinnert sehr an die altbekannten «giochi di palazzo», an das altbekannte Gekungel im Hinterzimmer.

Raggi und die nach wie vor aufstrebende 5-Sterne-Bewegung werden daran gemessen werden, ob sie es schaffen, Rom zu regieren. Der Start dazu ist gründlich missglückt.