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Machtwechsel in Südkorea Moon weckt Hoffnungen auf Sonnenschein-Politik

Legende: Video Südkoreas Hoffnungsträger abspielen. Laufzeit 1:48 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 11.05.2017.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Wenige Stunden nach der Wahl in Südkorea hat Moon Jae In sein Amt als neuer Präsident angetreten.
  • Aber wer ist Moon? Er kämpfte in der Studentenbewegung und diente unter anderem als Stabschef unter Präsident Roh Moon Hyun.
  • Moon steht für eine weniger konfrontative Haltung gegenüber dem Norden.

Südkorea hat einen neuen Präsidenten: Er heisst Moon Jae In. Der Mitte-Links-Politiker löst damit die Konservativen ab – und will eine neue Ära in Südkoreas Politik einläuten. Doch: Wer ist Moon Jae In?

Noch vor fünf Jahren verlor Moon gegen die konservative Kandidatin Park Geun Hye. Beim zweiten Anlauf hat es nun geklappt: Moon ist Präsident, während Park Geun Hye ihrerseits wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft sitzt. Moon ist in Korea kein unbeschriebenes Blatt: Bereits unter der Diktatur von Parks Vater, Park Chung Hee, kämpfte er in der Studentenbewegung für mehr Demokratie.

Später wurde Moon Menschenrechtsanwalt, und diente schliesslich als Stabschef unter Präsident Roh Moon Hyun. Unter Roh war Moon an der sogenannten Sonnenscheinpolitik beteiligt; sie bedeutete mehr wirtschaftliche Unterstützung für Nordkorea und weniger militärische Konfrontation.

Mit innenpolitische Versprechen gepunktet

Bei seinen Unterstützern weckt Moon die Hoffnung auf eine Neuauflage dieser Politik. So kündigte Moon im Wahlkampf etwa an, den gemeinsamen Industriepark im Grenzgebiet zwischen dem Norden und dem Süden womöglich wieder zu öffnen. Auch gegenüber dem US-Raketenabwehrsystem THAAD hat sich Moon immer wieder kritisch geäussert – ohne jedoch zu sagen, ob er von den USA verlangen würde, es wieder abzubauen.

Fest steht, dass Moon – dessen Eltern aus Nordkorea geflohen waren – für eine weniger konfrontative Haltung gegenüber dem Norden steht. So bezeichnen ihn die Konservativen denn auch als «Pro-Pjöngjang Linken».

Ein Argument, dass bei den Wählern dieses Mal nicht verfing. Denn: Moon, der aus einfachen Verhältnissen stammt, punktete vor allem mit innenpolitischen Versprechen. Er versprach den Wohlstand gerechter zu verteilen, aufzuräumen mit dem Filz zwischen Politik und den Grosskonzernen und: mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Ob ihm das gelingt kann er ab heute zeigen: Moon Jae In hat sein Amt wenige Stunden nach der Wahl angetreten.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Christa Wüstner (Saleve2)
    Eine gute Nachricht war zu versuchen Gespräche mit Kim aufzunehmen. Aber zu versuchen den Südpark wieder zu öffnen, der ewige Streitpunkt zwischen NK und SK. Ausserdem liegt er auf Nordloreanischer Seite und die Grenzregion ist durch die USA stark gesichert. Erst einmal etwas viel versprochen
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    1. Antwort von Juha Stump (Juha Ilkka Stump)
      ....und die Grenzregion ist durch die USA stark gesichert. Diese Worte suggerieren, dass es in Wirklichkeit die Amis sind, die jeden Friedensprozess torpedieren. Solche Worte haben wir auch in den Zeiten des Kalten Krieges bis zum Sattwerden zu hören bekommen. Noch einmal - und jetzt zum vierten Mal: Der Koreakrieg ist im Juni 1950 vom NORDEN aus vom Zaun gerissen worden, logisch dass noch Ängste da sind. - Eine Sonnenschein-Politik mit Kim Jong Un? Das wäre wirklich ein Weltwunder.
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    2. Antwort von Philipp Etter (Philipp Etter)
      @JS Warum wohl wählen die Südkoreaner einen nordkoreanischen Flüchtling zum Präsidenten? Warum wohl gibt es in Südkorea erheblichen Widerstand gegen THAAD? Vielleicht sind die Amis auch in Südkorea nicht ganz so willkommen, wie Sie meinen, dass sie es seien. Nebenbei beginnt Koreas Geschichte nicht 1950, Korea wurde von den USA nach dem Sieg über Japan als "Kriegsbeute" betrachtet und entsprechend behandelt.
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    3. Antwort von Luca Bachofner (Ama et fac quod vis!)
      Herr Etter, nur 41% haben für Moon gestimmt, und die USA ist eines der beliebtesten Länder in Südkorea, die Mehrheit der Koreaner sind für den Verbündeten USA, die Allianz USA-Südkorea wird von einer Mehrheit des Volkes befürwortet, ausserdem sind längst nicht alle gegen THAAD, nur weil einige Demonstrieren.
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