Mordanklage gegen deutsche «Todeskandidatin» fallengelassen

Die ehemalige US-Todeskandidatin Debra Milke ist einem Leben in Freiheit einen wichtigen Schritt näher gekommen. Ein Berufungsgericht im US-Staat Arizona ordnete an, die Mordanklage gegen die 49-Jährige aufzuheben.

Debra Milke. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Debra Milke ist die Tochter einer Deutschen und eines US-Amerikaners. Keystone

Die Mordanklage gegen die Deutsch-Amerikanerin Debra Milke wurde aufgehoben. Beendet ist die unendliche Geschichte für sie allerdings noch nicht, da die Staatsanwaltschaft den Fall bis zum Obersten Gerichtshof von Arizona bringen will.

Milke war vorgeworfen worden, 1989 zwei Männer angestiftet zu haben, ihren damals vierjährigen Sohn Christopher zu töten. Im Herbst 2013 erklärte ein Berufungsgericht das Urteil wegen mangelnder Beweise für ungültig. Milke kam auf freien Fuss, nachdem sie 22 Jahre in der Todeszelle gesessen hatte.

Der Staatsanwaltschaft warfen die Richter in ihrem Urteil schwere Versäumnisse vor. Besonders umstritten ist die Rolle des Hauptbelastungszeugen. Der mittlerweile pensionierte Ermittler hatte damals angegeben, dass Milke ihm die Tat gestanden habe. Diese Aussage konnte er aber nie beweisen. Zwischenzeitlich war er zudem mehrfach überführt worden, in anderen Fällen vor Gericht gelogen zu haben.