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International Moskau will Feuerpause in Aleppo unterstützen

Die Chancen auf eine Waffenruhe in der umkämpften syrischen Metropole Aleppo steigen. Russland signalisierte, eine Forderung des UNO-Sonderbeauftragten für Syrien, Staffan de Mistura, zu unterstützen.

Ein zerstörtes Auto in Aleppo.
Legende: 250'000 Zivilisten sollen im Osten von Aleppo eingeschlossen sein. Reuters

Die Bevölkerung in der umkämpften syrischen Metropole Aleppo kann auf eine zweitägige Feuerpause hoffen. Nach einer entsprechenden Forderung des Syrien-Beauftragten der UNO, Staffan de Mistura, signalisierte das russische Verteidigungsministerium über Twitter seine Unterstützung. Die UNO begrüsste den Schritt.

Aus westlichen Diplomatenkreisen in Genf hiess es, die Regierung in Moskau habe gegenüber der UNO ihre Zustimmung zu einer Waffenruhe ab Anfang kommender Woche gegeben. Allerdings müssten die Einzelheiten noch ausgehandelt werden. Russland ist der wichtigste Verbündete der syrischen Regierung im Bürgerkrieg.

Staffan de Mistura.
Legende: Staffan de Mistura pocht auf Hilfe vor Ort. Keystone/Archiv

De Misturas Protestsitzung

Zuvor hatte Staffan de Mistura mit einer symbolischen Protestaktion eine Unterbrechung der Kämpfe in Syrien zu Gunsten der Versorgung Notleidender gefordert. Für Aleppo verlangte er mindestens eine 48-stündige Feuerpause.

Nach nur acht Minuten erklärte de Mistura in Genf eine Sitzung der UNO-Arbeitsgruppe für die humanitäre Hilfe in Syrien für vorzeitig beendet.

Damit werde die UNO-Forderung nach freiem Zugang für Helfer zu Hunderttausenden notleidenden Menschen in umkämpften Städten und Regionen betont, erklärte der Syrien-Beauftragte. Die zeitweilige «Suspendierung» der Arbeitsgruppe sei mit Blick auf den Welttag der humanitären Hilfe an diesem Freitag erfolgt.

Für Hilfskonvois unerreichbar

«Nicht ein einziger Hilfskonvoi hat seit einem Monat eines der belagerten Gebiete erreichen können», sagte de Mistura vor Journalisten. Beratungen humanitärer Experten machten wenig Sinn, wenn es «keine Aktionen» vor Ort gebe, die Zugang zu Notleidenden ermöglichen.

Der von islamistischen Rebellen kontrollierte Osten Aleppos ist von den syrischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten eingekesselt. Dort sollen auch etwa 250'000 Zivilisten eingeschlossen sein. Syriens Verbündeter Russland hat tägliche dreistündige Feuerpausen zur Versorgung der Menschen angeboten. Die Rebellen sind darauf nicht eingegangen.

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Heinrich Abendland (Demokrat)
    Aber Aber, wir kennen doch Putin. Lügen haben kurze Beine, schauen sie mal Putin an!
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Die Scheinheiligkeit des korrupten, mörderischen Regimes von Russland, wird weietrhin nicht gestoppt! Auch die Schweiz machte sich abhängig von diesen "Regimes", indem sie weiterhin lukrative "Geschäfte" mit diesen macht....???
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      So sehr ich Gewalt ablehne, haben Sie sich überlegt was wäre mit Syrien, wenn Russland nicht eingegriffen hätte? Stellen Sie sich vor, die verschiedenen, sich untereinander bekämpfenden Rebellengruppen hätten die Regierung besiegt und Syrien erobert. Denken Sie an Libyen, Irak, Afghanistan. In den von Asad kontrollierten Gebieten leben immer noch weit über 10 Mio Menschen, welche vor den Islamisten und dem Krieg geschützt sind. In dem Krieg ist es nicht Russland, welches gestoppt werden müsste..
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    2. Antwort von Heinrich Abendland (Demokrat)
      Bernouli, ja es würden Zehntausende Menschen mehr leben.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Weshalb spricht man eigentlich über Russland immer als den bösen Buben in diesem grässlichen Krieg? Was sind denn die Rebellen, welche Aleppo besetzen? Angenommen, Assad flüchtet, seine Verbündeten, Russland, der Iran usw. ziehen ab & überlassen Syrien der IS & anderen Rebellen. Wäre es dann für die Menschen besser dort? Fakt ist, dass die USA mitsamt ihrer Unterstützer dort alle Jahre, die der Krieg jetzt schon dauert, bis auf Not & Elend & viele Flüchtlinge nichts erreicht haben.
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Im ganzen Drama geht unter, dass China auf den Plan getreten ist. Dies hat einen sehr langen Atem und ist interessiert an lukrativem Handel. Es zeigt die unterschiedliche Sichtweise von Entwicklung. Deutlich sieht man das in Afrika. Asien (China) und der Westen (USA) sehen das Potential und streben nach Profit. Nur China hinterlässt in Afrika Handelswege, die dauerhaft sind und auch von "Eiheimischen" genutzt werden können. Der Westen hat das bisher nicht fertig gebracht.
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    1. Antwort von Hans Bernoulli (H.Bernoulli)
      Damit, dass Russland, Iran und nun China auf den Plan getreten sind, ist klar, dass es den USA nicht gelingen wird, Asad zu beseitigen, was ja für die USA und ihren Verbündeten Ziel des angezettelten Krieges war. Es ist höchste Zeit, dass die USA in ihrem Wahn, Regierungen nach belieben bekriegen oder stürzen zu können, gestoppt werden. Jeder Kriegstreiber in Washington muss wissen, dass sich die USA damit nur noch eine blutige Nase hölen können.
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