MS804-Absturz: Ägypten verstärkt Suche nach Blackbox

Vom abgestürzten Flugzeug der Egypt Air fehlt weiterhin jedes Signal. Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi hat gegenüber den Medien betont, dass nach wie vor alle Szenarien möglich seien. Ein U-Boot soll nun Klarheit bringen.

Al-Sissi bei einer Rede an einem Pult vor einer Reihe von ägyptischen Fahnen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die Ermittlungen gingen derzeit noch in alle Richtungen, sagte al-Sissi bei einer Rede in Ägypten. Imago

  • Ein U-Boot soll in 300 Metern Tiefe nach Blackbox und Wrack suchen
  • Gefunden wurden Leichen- und Wrackteile sowie eine Schwimmweste
  • Das automatische System meldete Rauch im vorderen Teil der Maschine
  • Aviatikexperten halten eine Explosion an Bord für eher unwahrscheinlich
  • Ein Satellit entdeckt einen Ölteppich nahe der vermuteten Absturzstelle

Ägypten hat am Sonntag ein U-Boot zur Suche nach dem Wrack des abgestürzten Airbus A320 der Egypt Air bereitgestellt. Präsident Abdel Fattah al-Sisi sagte, das U-Boot könne bis in 3000 Meter Tiefe vordringen. Zugleich mahnte der Präsident, nicht weiter über die Ursache des Absturzes zu spekulieren.

Die Ermittlungen liefen in alle Richtungen. Alle Szenarien seien möglich, sie könnten aber noch längere Zeit in Anspruch nehmen, sagte al-Sisi am Sonntag. Der Airbus mit 66 Insassen an Bord stürzte am Donnerstag von Paris kommend vor der ägyptischen Küste ins Mittelmeer. Bislang wurden einzelne Trümmer und Leichenteile gefunden, aber weder das Flugzeugwrack noch die Flugschreiber.

Möglicherweise nur schwache Signale

In dem vermuteten Absturzgebiet ist das Meer bis zu 3000 Meter tief. Sollte das Flugzeug in dieser Tiefe liegen, könnten die Signale der Flugschreiber an der Wasseroberfläche sehr schwach sein. Der Einsatz eines U-Bootes könnte das Auffinden erleichtern. Ohne die Flugschreiber bleibt die Absturzursache im Dunkeln.

Es gibt zwar einige Daten, die routinemässig vom automatischen System für Wartungs- und Fehlermeldungen an die Fluggesellschaft gesendet wurden und die auf eine Rauchentwicklung im vorderen Teil der Maschine hindeuten. «Die Meldungen erlauben jedoch keinerlei Rückschlüsse darüber, was den Rauch oder das Feuer an Bord ausgelöst haben», sagte ein Sprecher der französischen Behörde für Flugunfalluntersuchungen, die die ägyptischen Behörden unterstützt.

Keine Rückschlüsse auf Vorgänge an Bord

Die Internetseite «Aviation Herald» veröffentlichte Störungsmeldungen der Maschine, die in einem Zeitraum von drei Minuten gesendet worden seien. Darunter sind eine Rauchmeldung aus einer Toilette sowie aus dem Raum der Flugzeugelektronik, der sich unter dem Cockpit befindet. Die Daten gäben aber keinen Aufschluss über das Handeln der Piloten oder darüber, ob das Flugzeug in der Luft auseinandergebrochen oder als Ganzes abgestürzt sei, sagten Flugexperten.

Einer von ihnen wies darauf hin, dass ein Feuer an Bord wahrscheinlich mehrere Störungsmeldungen oder Warnungen auslöse, eine plötzlich Explosion hätte ihm zufolge eher dazu geführt, dass gar keine Signale mehr gesendet worden wären.

Ölteppich 40 Kilometer von letzter Position

Die ägyptische Marine sucht an der vermuteten Absturzstelle mit zahlreichen Schiffen nach Überresten des Flugzeugs. Dabei wurden nach offiziellen Angaben Flugzeugtrümmer, Leichenteile und persönliche Gegenstände von Insassen gefunden. Ein Armeesprecher erklärte, bei den Flugzeugtrümmern handele es sich um Teile mit dem Logo der Fluggesellschaft sowie um eine gelbe Schwimmweste.

Egypt Air: Feuer an Bord?

13 min, aus HeuteMorgen vom 21.05.2016

Nach Angaben der europäischen Raumfahrtagentur ESA hat einer ihrer Satelliten einen zwei Kilometer langen Ölteppich im Mittelmeer ausgemacht. Er befinde sich etwa 40 Kilometer südöstlich der letzten bekannten Position des Flugzeugs.