Zum Inhalt springen

International Mursi-Prozess auf Februar verschoben

Der für heute angekündigte Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Ex-Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo ist vertragt worden. Grund: Wegen schlechten Wetters konnte Muris nicht mit dem Helikopter von Alexandria nach Kairo geflogen werden. Seine Anhänger gingen auf die Strasse.

Legende: Video Mursi-Prozess erneut vertagt abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.01.2014.

Der Prozess gegen den gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi hätte heute in Kairo in eine weitere Runde gehen sollen. Doch das schlechte Wetter machte der Justiz einen Strich durch die Rechnung.

Ein Militärhelikopter hätte den Ex-Staatschef vom Gefängnis in Alexandria zum Gericht in der Hauptstadt fliegen sollen. SRF-Korrespondent Pascal Weber bestätigt: «In der Tat war es in Alexandria am Morgen stellenweise neblig». Der Nebel habe den Helikopter vermutlich gehindert abzuheben.

Legende: Video Pascal Weber: «Die Lage bleibt weiter angespannt». abspielen. Laufzeit 1:35 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.01.2014.

Prozess wird am 1. Februar fortgesetzt

Es gebe allerdings Leute, die an dieser Version zweifelten, sagte Weber. Einer BBC-Reporterin, welche im Gerichtssaal zugegen war, hätten Mitangeklagte gerufen, Mursi weigere sich schlichtweg, in den Helikopter zu steigen.

Am 1. Februar soll der Prozess wieder aufgenommen werden.

Als Reaktion auf die Vertagung gingen im Kairoer Stadtteil Nasr-City Anhänger der Muslimbruderschaft und die Polizei aufeinander los.

Was wird Mursi vorgeworfen?

  • Die Anklage wirft dem ersten frei gewählten Präsidenten Ägyptens und Mitgliedern der damaligen Führungsriege vor, Ende Januar 2011 aus dem Gefängnis ausgebrochen zu sein. Er gehört seit Jahren der Führung der Muslimbrüder an. In dieser Funktion nahm er während der Regierungszeit Mubaraks regelmässig an regierungskritischen Demonstrationen teil. Mursi wurde dabei mehrfach verhaftet, zuletzt 2011.
  • Gegen Mursi und 14 weitere Islamisten läuft bereits ein Strafverfahren, weil sie während Mursis Präsidentschaft 2012 bis 2013 angeblich Demonstranten getötet haben sollen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sind viele Angeklagte Mitglieder der palästinensischen Hamas und der libanesischen Hisbollah.
  • Die Justiz bereitet ein drittes Verfahren vor. Darin wirft die Staatsanwaltschaft dem Ex-Präsidenten Terrorismus und Spionage vor. Für das Verfahren steht noch kein Termin fest.

Der Prozess hatte im November begonnen, wegen Tumulten musste ihn der Richter aber vertagen. Mursi hatte erklärt, er sei immer noch der legitime Präsident Ägyptens. In Kairo geraten Sicherheitskräfte und Mursi-Anhänger seit der Amtsenthebung regelmässig heftig aneinander. Hunderte Tote und zahlreiche Verletzte haben die Auseinandersetzungen bereits gefordert.

Mursi war am 3. Juli des vergangenen Jahres nach Massenprotesten gegen seinen Herrschaftsstil vom Militär entmachtet worden. Er ist seitdem – so wie praktisch die gesamte Führung der islamistischen Muslimbruderschaft und Tausende ihrer Funktionäre und Mitglieder – in Untersuchungshaft.

Mursi – ein Rückblick

Mursi – ein Rückblick

Mohammed Mursi – vom Präsidenten zum Terroristen mehr

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Also von Alexandria nach Kairo ist es laut eigener Erfahrung beileibe keine Weltreise. Der Herr Mursi hätte also sehr gut mit dem Auto zur Gerichtsverhandlung gebracht werden können. Er und sein Gefolgschaft hätten einfach früher aufstehen müssen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen