Mutmasslicher Schütze von Paris ist gefasst

Eine DNA-Analyse zeigt: Ein am Mittwoch in einer Pariser Tiefgarage festgenommener Mann ist der gesuchte Schütze. Vernehmungsfähig sei er nicht, hiess es aus Behördenkreisen. Es wird vermutet, dass sich der 48-jährige mit Medikamenten das Leben nehmen wollte.

Schrecken von Paris gefasst

1:02 min, aus Tagesschau am Mittag vom 21.11.2013

Der am Mittwochabend festgenommene Mann sei durch eine DNA-Analyse als mutmasslicher Täter identifiziert worden, sagte eine Sprecherin der Pariser Staatsanwaltschaft in der Nacht gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Gegen ihn sollte so schnell wie möglich Haftbefehl erlassen werden.

Zur Festnahme geführt hatte ein Hinweis aus der Bevölkerung: Der Verdächtige hatte sich einem Bekannten gegenüber zu erkennen gegeben und gesagt, er habe «eine Dummheit» gemacht.

Verdächtiger in «halbwachem Zustand»

Aus ermittlungsnahen Kreisen hiess es, der Verdächtige befinde sich in einem «halbwachen Zustand», der wahrscheinlich auf eine Überdosis von Medikamenten zurückzuführen sei. Diese habe der Mann möglicherweise in Suizidabsicht eingenommen.

Der gesuchte Täter auf einer Überwachungskamera. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der gesuchte Täter auf einer Überwachungskamera. Keystone

Der Mann habe einen oder mehrere Briefe hinterlassen, sagte Frankreichs Innenminister Manuel Valls dem Radiosender RTL. Weitere Details nannte er nicht. Nach Informationen des Nachrichtensenders BFMTV geht es in einem der Schriftstücke um Libyen, Syrien und die Lage in der arabischen Welt. Ein Motiv für seine Taten sei darin jedoch nicht erkennbar.

Bei dem mutmasslichen Täter handelt es sich nach Informationen des Nachrichtensenders BFMTV um einen 48 Jahre alten Mann, der zumindest früher einer anarchistischen Gruppe angehörte. Er war bereits in den 90er Jahren wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Er hatte ein Gewehr gekauft, das bei einem spektakulären Verbrechen zum Einsatz kam. Drei Polizisten und ein Taxifahrer wurden damals nach einer wilden Verfolgungsjagd erschossen.

Fotoassistenten schwer verletzt

Der mutmassliche Täter war am Montag ins Foyer der linksliberalen Zeitung «Libération» eingedrungen und hatte dort einen Fotoassistenten mit einem Gewehr niedergeschossen und schwer verletzt.

Im Geschäftsviertel La Défense soll er anschliessend vor der französischen Grossbank Société Générale um sich geschossen haben. Von einem gekidnappten Autofahrer liess er sich dann ins Zentrum von Paris bringen. Bereits am Freitag hatte der Mann beim Nachrichtensender BFMTV einen Redaktor bedroht.