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International Mutmasslicher US-Spion verlässt Moskau

Der Botschaftsangestellte, der am letzten Dienstag in Moskau verhaftet worden ist, ist aus Russland ausgereist. Der russische Inlandgeheimdienst FSB hatte ihm vorgeworfen, er werbe Russen als Agenten für den US-Geheimdienst CIA an.

Mann an Check-In-Schalter
Legende: Der mutmassliche Spion bei der Ausreise am Moskauer Flughafen. Keystone

Ein in Russland gefasster mutmasslicher US-Spion hat einem Fernsehbericht zufolge das Land verlassen. Der Sender NTV zeigte am Sonntag Bilder von einem Mann am Moskauer Flughafen Scheremetjewo. 

Bei dem Gefilmten handle es sich um den Büroleiter des US-Auslandsgeheimdienstes CIA in Moskau. Als Tarnung soll er als dritter Sekretär in der politischen Abteilung der US-Botschaft gearbeitet haben.

Unübliche Enttarnung

Am Dienstag hatte der russische Inlandsgeheimdienst FSB die Festnahme des Agenten bekannt gegeben. Der mutmassliche Agent solle versucht haben, einen Russen für den US-Geheimdienst anzuwerben.

«Spionage-Ausrüstung» inklusive Schweizer Sackmesser
Legende: Mit Perücken und Schweizer Sackmesser: So präsentierte der Geheimdienst FSB die Ausrüstung des Spions. Keystone

Bereits 2011 sei der Büroleiter «offiziell gewarnt» worden vor «provokanten Schritten zur Rekrutierung russischer Sicherheitskräfte», hatte ein FSB-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Interfax am Freitag gesagt. Dabei nannte er den vollen Namen des CIA-Büroleiters. 

Die namentliche Nennung gegnerischer Spione widerspricht den diplomatischen Gepflogenheiten. Die medienwirksame Enttarnung vor laufenden Kameras des Staatsfernsehens ist aus Sicht russischer Experten kein Zufall. Kremlchef Wladimir Putin, einst selbst FSB-Chef, sieht sein Land längst von westlichen Agenten infiltriert.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von S. Sugano, Therwil
    Ich verstehe in diesem Falle den Kremelchef Wladimir Putin, welcher sein Land bereits infiltriert sieht. Auch wir haben ein Problem in unserer Schweiz mit Spionage, um genau zu sein, mit Betriebsspionage! Oder wundert sich jemand, dass andauernt Bank-Daten-CD von Schweizer Banken den weg nach Deutschland finden? Ich bin ueberzeugt, dass ein Eitgenosse sowas dem eigenen Land nie antun wuerde, deshalb liegt die Vermutung nah, dass wir infiltriert wurden, und so die Daten gestohlen werden.
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