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International Nach Afghanistan-Abzug: Quo vadis, Nato?

Arbeitslos wird die Militärallianz auch nach dem Afghanistan-Engagement nicht. Nicht nur, weil dieses voraussichtlich nicht ganz endet, sondern auch, weil der Kernauftrag bleibt. Es gilt, mit weniger Mitteln die Nato-Mitglieder zu schützen.

Rasmussen hält eine Rede.
Legende: Bereit, aber wofür? Nato-Generalsekretär Rasmussen will mit den Verbündeten offenbar neue Ziele anvisieren. Keystone/Archiv

Weiter gehen jedenfalls auch die Einsätze in Kosovo und zur Pirateriebekämpfung vor Somalia. In Libyen kommt sogar eine Beratungsmission zum Aufbau moderner Streitkräfte hinzu. Und natürlich bleibt der Kernauftrag: Die Nato-Mitglieder schützen.

Und dennoch: Für die Nato stellt sich die Frage «Wie weiter nach Afghanistan?» Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen: Die künftige Nato sei eine Nato, die bestens vorbereitet sei auf alle Eventualitäten, mit gut ausgebildeten Truppen, gut gerüstet, aufs Engste vernetzt. Das wollen die Nato-Verteidigungsminister gewährleisten mit regelmässigen Grossmanövern zu Wasser, zu Land, in der Luft und nicht zuletzt im Cyberraum.

Weniger Geld zur Verfügung

Doch besonders ambitioniert klingt das mächtigste Verteidigungsbündnis der Welt damit nicht. Es sind bescheidene, unspektakuläre Ziele. Sie machen klar, dass die Nato künftig kleinere Brötchen bäckt. Für neue, heikle Grosseinsätze fehlt der politische Wille. Und angesichts von Budgetkürzungen fehlen zunehmend auch die militärischen Mittel.

Zumal man noch gar nicht weiss, wie die 28 Nato-Länder künftig enger zusammenarbeiten wollen, um aus weniger Geld mehr militärische Potenz herauszuholen. Ein entsprechender deutscher Vorschlag wurde zwar diskutiert, doch entscheiden mag man noch nicht. Was zeigt: Im Bündnis ist man sich weder darüber einig, welche Ziele man nach Afghanistan prioritär anstrebt, noch wie man sie erreichen will.

4 Kommentare

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  • Kommentar von Paul Geiger, Ermatingen
    Angeblich soll die NATO ihre Mitgliedstaaten schützen. Was macht(e) sie denn in Afganistan, Lybien, Kosovo ect. Sie ist eine reine Kriegsmaschine und die Verantwortlichen werden bald zur Rechenschaft gezogen. Wenn der Syrieneinsatz nicht gestoppt worden wäre, hätte sie als erste Angriffe geflogen. Die USA ist die grösste Kriegsmaschinerie und mit ihren Dronen die Niederträchtigste. Auch deren Verantwortliche werden zur Rechenschaft gezogen, was in nicht weiter Ferne liegt.
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    1. Antwort von Walter Kathriner, Sarnen
      was ist mit den Israelis, die diese Dronen vor allen anderen einsetzten im Libanon, Gaza und in Palestina,
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Es klingt zwar etwas weltfremd, aber es könnte einen Schlüssel geben: Den zum Herzen der Paschtunen, ohne die nichts geht - deshalb musste mit Karsai auch ein Paschtune als "Präsident" eingesetzt werden. Dieses besonders sture, unbeugsame und stolze Volk, das nur etwas über 20 Mio. zählt, sieht sich selber als "Staatsvolk" dieses Landes, wo es eine deutliche Mehrheit stellt. Wenn es einem friedliebenden "Raïs" gelingen sollte, alle Stämme zu vereinigen, würde sich einiges ändern.
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  • Kommentar von kari huber, surin
    Einerseits ... ist das ein gutes Zeichen, dass man nicht mehr weiss, wo ein grosser Gegner hockt. Ausser natürlich, dass die früher bedrohlichsten Mächte, Russland und China, hackermässig weltweit führend sind. Andererseits ... wird sich die Geschichte wiederholen: Nach langen Perioden verhältnismässigen Friedens ist niemand mehr gerüstet. Gegen einen Angriff, der scheinbar "aus dem Nichts" kommt. Dann werden die Karten im weltweiten Poker neu gemischt.
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