- Tausende haben in der norditalienischen Stadt Turin gegen die Schliessung eines linken Kulturzentrums protestiert.
- Dabei ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen.
- Gemäss Behörden wurden mehr als 100 Sicherheitskräfte verletzt, zehn Personen wurden festgenommen.
- Zur Zahl der verletzten Demonstranten gab es zunächst keine genaueren Angaben.
Die Proteste richteten sich gegen die Räumung des Kulturzentrums Askatasuna kurz vor Weihnachten, das in Turin über Jahrzehnte hinweg ein Treffpunkt der linken Szene war. Nach Schätzungen beteiligten sich am Samstag etwa 15'000 Menschen an einer Demonstration durch die Innenstadt. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich etwa 50'000 Menschen an der Demonstration. Dabei waren auch zahlreiche Palästinenserfahnen zu sehen.
Plötzlich flogen aus der Menge Steine, Molotowcocktails und andere Gegenstände in Richtung Polizei. Mehrere Müllcontainer standen in Brand. Auch ein Einsatzwagen brannte. Die Ordnungskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein. Ein Demonstrant wurde mit Kopfverletzungen weggebracht.
Auf einem Video ist zu sehen, wie ein am Boden liegender Polizist von Vermummten mit Fusstritten traktiert und geschlagen wird. Dabei kam auch ein Hammer zum Einsatz. Der 29 Jahre alte Mann wurde nach Angaben der Behörden erheblich verletzt, ist aber nicht in Lebensgefahr.
Aus der Politik wurden die Krawalle verurteilt. Die rechte Dreier-Koalition von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sprach von einem «Angriff auf den Staat». Meloni selbst sprach von versuchter Tötung. Aus der linken Szene kommen immer wieder Vorwürfe, dass die Behörden hart gegen linke Einrichtungen vorgehen, gegen die Besetzung von Häusern durch Rechte aber nichts unternehmen.