- Lindsey Graham ist im Alter von 71 Jahren gestorben.
- Er starb am Samstagabend nach kurzer und plötzlicher Krankheit.
- Graham war republikanischer Senator für den US-Bundesstaat South Carolina.
Der 71-Jährige sei am Samstagabend nach einer kurzen und plötzlichen Krankheit gestorben, teilte sein Büro am frühen Sonntag auf der Plattform X mit.
«Die Familie von Senator Graham ist dankbar für die Gebete und bittet in dieser unglaublich schwierigen Zeit um Privatsphäre».
Graham wurde 1994 ins US-Repräsentantenhaus gewählt, ab 2002 war er Mitglied des US-Senats, wo er zuletzt dem Haushaltsausschuss vorsass.
Senator Graham war nicht verheiratet und lebte in Seneca, South Carolina.
Von Trumps Kritiker zu dessen Befürworter
In früheren Jahren war er ein lautstarker Kritiker von Donald Trump, im Lauf der Zeit wurde er zu einem seiner treuesten Verbündeten im US-Kongress.
Experten und Medien verfolgten Grahams Äusserungen genau. Wann immer ein Hauch von Kritik an der Politik des US-Präsidenten zu erkennen war, war dem Senator die Aufmerksamkeit sicher. In den meisten politischen Fragen folgte er aber in den vergangenen Jahren Trumps Linie.
Tod kam überraschend
Wie überraschend Grahams Tod kam, macht nicht zuletzt sein voller Terminkalender deutlich. Gerade schüttelte er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Kiew die Hand. Und für heute Sonntag war ein Interview im US-Fernsehen geplant.
Bei den wichtigen Zwischenwahlen im November wollte er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten. US-Präsident Donald Trump hatte ihm dafür seine «uneingeschränkte und volle Unterstützung» ausgesprochen.
Unterstützer Israels und der Ukraine
Als Verfechter einer harten Linie in der Verteidigung habe Graham «konsequent auf Ergebnisse im Krieg gegen den Terror gedrängt, die unsere langfristigen nationalen Sicherheitsinteressen schützen», heisst es auf seiner Website. Graham war ein prominenter Unterstützer Israels und ein Gegner des Irans.
In der Ukraine-Politik hatte Graham lange für verschärfte Sanktionen gegen Russland plädiert, dabei aber einen offenen Konflikt mit Trump gescheut. Noch am Freitag hatte Graham erklärt, China könne eine entscheidende Rolle dabei spielen, Russland zu Friedensgesprächen zu bewegen und so zur Beendigung des Krieges in der Ukraine beizutragen.
Trump kondoliert
Der amtierende US-Präsident Donald Trump brachte auf Truth Social seine Trauer über den Tod Grahams zum Ausdruck: «Senator Lindsey Graham, einer der grossartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist tot! Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!»
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu kondolierte auf X Grahams Familie und betonte die Verbindung zum verstorbenen Senator: Israel habe einen seiner besten Freunde verloren, er selbst habe einen geliebten Freund verloren.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz schrieb auf X, er sei zutiefst betrübt über den Tod von Graham, «der Israel in seinen schwierigsten Momenten beistand».
Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich betroffen über Grahams Hinschied. Dieser sei ein echter Freund und Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis gewesen, schrieb der CDU-Politiker in Englisch auf X. «I will miss him.» («Ich werde ihn vermissen»).