Nach Luftangriffen Feldspitäler in Aleppo aufgegeben

In den Kriegsgebieten von Syrien ist humanitäre Hilfe ohnehin schon schwierig. Nun sind bei Luftangriffen in der belagerten Stadt Aleppo laut Ärzten auch vier Feldspitäler getroffen worden.

Frau hält in einer mit Trümmern übersähten Strasse von Aleppo ein Kind in weissem T-Shirt an der Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Menschen, die in Aleppo dringend auf Hilfe angewiesen wären, können nun noch schwerer medizinisch versorgt werden. Reuters/Archiv

Bei den Luftangriffen auf Aleppo wurde auch eine Blutbank getroffen, wie der Verein Unabhängiger Ärzte (IDA) am Sonntag mitteilte. Ein Neugeborenes wurde in einem der Lazarette getötet. Es war der zweite Angriff auf diese Klinik innerhalb von neun Stunden.

Nicht der erste Angriff auf Spitäler

Laut IDA werden die vier Feldspitäler «wegen der eskalierenden Serie von Luftangriffen auf Gesundheitseinrichtungen in Aleppo durch syrische und russische Kampfflugzeuge» nicht wieder in Betrieb gehen. IDA ist ein Zusammenschluss syrischer Ärzte, die Kliniken in Aleppo unterstützen.

In den vergangenen Monaten wurden im belagerten Osten Aleppos wiederholt Kliniken von Luftangriffen getroffen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es 2015 in Syrien 135 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und ihre Mitarbeiter.

13 Millionen auf Hilfe angewiesen

Humanitäre Hilfe ist in den Kriegsgebieten Syriens schwierig, aber sie ist nicht unmöglich. Da sagte Manuel Bessler, Chef des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe, in der Samstagsrundschau von Radio SRF.

13 Millionen Menschen sind in den Kriegsgebieten von Syrien auf humanitäre Hilfe angewiesen. Längst nicht alle seien erreichbar, bedauert Bessler. Einerseits, weil Kampfhandlungen den Zugang verhinderten. Andererseits aber auch wegen administrativer Hürden: Denn um Kriegsopfer zu erreichen seien Visa und Reisegenehmigungen nötig.

Grundsätzlich aber gelte: Es sollte überall wo nötig Hilfe geleistet werden können. «Dafür muss man mit Leuten aus allen Lagern verhandeln», so Bessler.