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International Nato und Moskau richten «rotes Telefon» ein

Der Ton zwischen der Nato und Russland ist wegen der Ukraine-Krise seit Monaten rau. Nun wurde eine Kommunikationsverbindung – die rund um die Uhr offen ist – zwischen beiden Seiten aufgeschaltet.

Die Nato hat angesichts der jüngsten Spannungen mit Moskau wegen des Ukraine- Konflikts einen direkten Draht zum russischen Militär eingerichtet. Ein Nato-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung» (FAS).

Die Verteidigungsminister des westlichen Militärbündnisses hätten bereits im Dezember betont, dass regelmässige Gesprächskontakte zwischen hochrangigen Militärs beider Seiten gerade in solchen Zeiten sinnvoll seien. Sie könnten auch dazu genutzt werden, mögliche «Missverständnisse» im Zusammenhang mit militärischen Aktivitäten zu vermeiden.

Geheime Nummer

Sowohl der Nato-Oberbefehlshaber für Europa als auch der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses hätten die Erlaubnis, sich mit ihren russischen Kollegen in Verbindung zu setzen, bestätigte die Allianz. Die Kommunikationskanäle seien rund um die Uhr offen und würden regelmässig getestet. Die Nato machte keine Angaben dazu, wann das System aktiviert wurde.

Laut FAS wurden der russischen Seite in der vergangenen Woche Kontakt- Nummern übermittelt. Der Vorgang sei als «geheim» eingestuft worden. Die Initiative zu dem direkten Draht nach Moskau sei vom deutschen Aussenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ausgegangen.

«Rotes Telefon» während Kuba-Krise

Hintergrund waren unter anderem wiederholte russische Flüge mit Langstreckenbombern. Die Nato hat in diesem Jahr bereits mehr als 400 Mal mit Kampfjetstarts auf russische Flugmanöver im internationalen europäischen Luftraum reagiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies nach Angaben von Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg eine Erhöhung der sogenannten Alarmstart-Zahl um 50 Prozent. In der Regel sei es dabei aber nicht zu einer Verletzung des Nato-Luftraums gekommen.

Die Sowjetunion und die USA hatten nach der Kuba-Krise von 1962 eine ständige Fernschreiberverbindung zwischen ihren Militärs eingerichtet. Sie wurde landläufig als «Rotes Telefon» bezeichnet.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Christmann, Stein am Rhein
    Dieses "rote Telefon" ist für mich ein Alarmzeichen. Hoffentlich passiert da nicht irgendein "Blödsinn" in der Ostukraine.
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  • Kommentar von Hans Weiler, St. Gallen
    Wer sie noch nicht kennt, sollte sich mal die Rede George Friedmans vor dem Chicago council on global affairs anhören, in der er sich unverblümt zur geopolitischen Taktik der USA seit den letzten 100 Jahren äussert. Das erklärt die Sachverhalte USA - Europa - RU ziemlich erhellend. Das einzige Ziel des Imperiums ist Selbsterhalt und dafür schreckt es vor keinem dafür als zweckdienlich erachteten Mittel zurück. Das steht dann jedoch in krassem Gegensatz zur propagierten "Wertegemeinschaft".
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      Ja, richtig, H. Weiler. Es erstaunt tatsächlich, dass die diversen veröffentlichten US-Strategien von keinem Staatsmann je aufgegriffen werden... So wird Europa planmässig mit Flüchtlingen geflutet, welche aus künstlich verursachtem Chaos ihrer Länder fliehen - auf die vermeintlich ruhige Insel "Europa". Europa wird aber nicht alle Flüchtlinge aufnehmen können, ohne sich selber zu destabilisieren... und wäre somit über Jahrzehnte mit sich selber beschäftigt. Ein erklärtes Ziel der US-Strategen!
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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Besser spät als nie.
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