Nato warnt vor russischer Aggression

Das Rad der Eskalation dreht sich weiter. Russland fährt an der Grenze zur Ukraine weiter Truppen und schweres Gerät auf. Das behauptet die Nato. Russland seinerseits spricht von einem Genozid in der Ostukraine.

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Bildlegende: Für Nato-General Breedlove scheint festzustehen, dass Russland weitere Annexionen plant. Moskau weist das von sich. Reuters

Der Nato-Oberbefehlshaber in Europa, General Philip M. Breedlove, hat vor einer dramatischen Eskalation des Ukrainekonflikts gewarnt. Die Kämpfe zwischen Soldaten der Ukraine und prorussischen Separatisten würden jeden Tag schlimmer, sagte Breedlove in Washington.

Er warf dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vor, in der Ostukraine schweres Gerät zu stationieren. Er sprach von «tausenden Kampffahrzeugen, russischen Truppen, Luftverteidigung und Artillerie.» Damit habe Putin die militärische Messlatte bereits sehr hoch gelegt, sagte Breedlove. Zu möglichen Waffenlieferungen an die Ukraine nahm der Nato-Oberbefehlshaber keine Stellung.

Streit um Waffenabzug in der Ukraine

1:34 min, aus Tagesschau vom 24.2.2015

Putin spricht von Genozid

Zugleich kündigte US-Aussenminister John Kerry bei einer Anhörung im US-Kongress an, die USA seien zu einer weiteren Runde von Sanktionen gegen Russland bereit. Dies hänge davon ab, wie das Minsker Abkommen in den kommenden Tagen umgesetzt werde.

Zuvor hatte Kremlchef Wladimir Putin die katastrophale humanitäre Lage in der Ostukraine kritisiert. Dass die ukrainische Führung auch die Gasversorgung der Gebiete Donezk und Luhansk eingestellt habe, «riecht nach Genozid», meinte Putin am Mittwoch in Moskau.