'Ndrangheta verdient mehr als Migros und Coop zusammen

Drogenhandel ist lukrativer als Detailhandel. Allein 2010 verdiente die süditalienische Mafia-Organisation zehn Milliarden Franken mehr als Migros und Coop.

Ein verbranntes Auto im Februar 2014 in Kalabrien. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Immer wieder sorgt die 'Ndrangheta mit Abrechnungen im Mafia-Milieu für Aufsehen. Keystone

Mit kriminellen Machenschaften lassen sich Milliarden verdienen. So hat die süditalienische 'Ndrangheta im Jahr 2010 den Umsatz der zwei grössten Schweizer Detailhändler um zehn Milliarden überboten. Die umgesetzten 53 Milliarden Euro entsprechen 3,5 Prozent des italienischen Bruttosozialprodukts.

Verschlossene Mafia-Organisation

Laut einer neuen Studie des Forschungsinstituts Demoskopika hat der Drogenschmuggel 24,2 Milliarden Euro eingebracht. Mit der illegalen Müllentsorgung wurden 19,6 Milliarden Euro umgesetzt. Nach der Studie, die auf Dokumenten von Polizei, Justiz, Regierung und Parlament basiert, ist die Organisation mit 400 Führungsfiguren in 30 Ländern aktiv. Insgesamt seien aber weltweit rund 60'000 Menschen in die Aktivitäten der 'Ndrangheta verwickelt.

Die Organisation setzt sich aus einem Netzwerk von Familienclans zusammen. Die 'Ndrangheta stammt aus der süditalienischen Region Kalabrien und gilt als noch verschlossener und schwieriger zu durchdringen als die sizilianische Mafia.

Der Studie zufolge brachten der Organisation Erpressung und Wucherei im vergangenen Jahr 2,9 Milliarden Euro. Weitere 2,4 Milliarden Euro nahm sie durch Veruntreuung ein, während Glücksspiel 1,3 Milliarden Euro einbrachte. Waffenverkäufe, Prostitution, Markenfälschung und Menschenhandel kamen zusammen für insgesamt eine Milliarde Euro auf.