Netanjahu sieht trotz Kritik an der Hamas Chancen für Frieden

In einer vor den Vereinten Nationen gehaltenen Rede hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betont, er glaube an eine Lösung im Nahost-Konfikt. Gleichzeitig verteidigte er das Militärengagement im Gaza-Krieg und verglich die Hamas mit IS und den Nazis.

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Netanjahu vergleicht Hamas mit IS und den Nazis (englisch)

0:22 min, vom 29.9.2014

Eine Lösung im Konflikt im Gazastreifen sei weiter möglich, sagte Netanjahu vor der UNO-Vollversammlung. «Ich bin bereit, einen historischen Kompromiss einzugehen.» Hilfreich sei dabei eine neue Konstellation im Nahen Osten.

«Führende Staaten der arabischen Welt haben verstanden, dass sie den selben Gefahren wie Israel gegenüberstehen.» Darunter sei beispielsweise die Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Netanjahu: «IS ist Hamas und Hamas ist IS»

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Abbas kritisiert Israel

Die USA haben die Rede von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas vor der UNO-Vollversammlung vor zwei Tagen kritisiert. Die Rede sei beleidigend gewesen und nicht förderlich für den Friedensprozess. Abbas hatte Israel völkermord-ähnliche Verbrechen vorgeworfen. Eine baldige Rückkehr zu Friedensverhandlungen sei ausgeschlossen.

Den IS setzte Netanjahu mit der im Gazastreifen regierenden Hamas gleich. «IS ist Hamas und Hamas ist IS. Sie alle teilen eine fanatische Gesinnung, die des militanten Islam, in der es keinen Frieden und keine Toleranz gibt, Frauen unterdrückt und Christen ermordet werden: Konvertiere oder stirb!»

Netanjahu verglich die militanten Muslime auch mit den Nationalsozialisten. «Die Nazis dachten an eine Herrenrasse, Islamisten denken an einen Herrenglauben.» Der militante Islam sei wie ein «Krebs» – «wie Krebs an einer kleinen Stelle des Körpers beginnt und dann wächst und den Körper angreift, so ist es mit dem militanten Islam. Wir müssen dieses Krebs entfernen.»

Auch den Iran griff Netanjahu einmal mehr scharf an und warf dem Land die Unterstützung von Terrorismus vor. Vor der UNO-Vollversammlung habe der iranische Präsident Hassan Ruhani in der vergangenen Woche «Krokodilstränen geweint», als er vor dem globalen Terrorismus gewarnt habe. Es dürfe aber niemals zugelassen werden, dass der Iran Atomwaffen bekomme.

Netanjahu am Rednerpult der UNO-Vorllversammlung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Zuckerbrot und Peitsche: Netanjahu zeigt sich vor der UNO-Versammlung versöhnlich, kritisiert aber auch die Hamas. Keystone

Israels Vorgehen verteidigt

Zuvor hatte Netanjahu das Vorgehen der israelischen Armee im Gazastreifen verteidigt. «In der Geschichte der Menschheit hat es keine Armee gegeben, die mehr zur Vermeidung von zivilen Opfern getan hat als die israelische», sagte Netanjahu am Montag bei der Generaldebatte der UNO-Vollversammlung in New York.

«Wir bedauern jedes zivile Opfer, jedes! Aber wir haben alles getan, um diese Opfer zu vermeiden. Wir haben Flugblätter abgeworfen, angerufen, Kurznachrichten verschickt und Fernsehaufrufe geschaltet, um Zivilisten zu warnen.» Netanjahu warf der radikalislamischen Hamas vor, im Gazastreifen aus der Deckung ziviler Objekte heraus gekämpft zu haben.