Netanjahu will Fronten gegen den Iran verschärfen

Israel ist mit den Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nicht einverstanden. Nun hat Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine diplomatische Offensive angekündigt, um ein «besseres Abkommen» zu erzielen. Frankreich sicherte Israel bereits seine «unerschütterliche Unterstützung» zu.

Die USA und andere Mächte peilen ein Atomabkommen mit dem Iran an – dieses will Israel verhindern. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine diplomatische Offensive gegen einen «schlechten Handel» der Weltmächte im Atomstreit mit dem Iran angekündigt.

«Ich hoffe, dass es uns in dieser Woche gelingen wird, unsere Freunde zu überzeugen, ein sehr viel besseres Abkommen zu erzielen», sagte Netanjahu. Er wolle das Thema am Mittwoch bei einem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau ansprechen. Am Freitag werde US-Aussenminister John Kerry wieder nach Israel kommen. Kerry sei «ein alter Freund von mir und auch ein Freund Israels».

USA und Israel auf Konfrontationskurs?

Netanjahu und Kerry hatten sich in der vergangenen Woche einen verbalen Schlagabtausch zum Thema Iran geliefert. Kerry bemühe sich um Fortschritte beim Nahost-Friedensprozess und dies werde Thema der Gespräche sein, sagte Netanjahu. «Aber wir werden auch über den Iran sprechen. Auch unter den besten Freunden kann es Meinungsverschiedenheiten geben, insbesondere bei Themen, die unsere Zukunft und unser Schicksal betreffen.»

Netanjahu und Hollande reden miteinander Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der französische Präsident François Hollande ist knapp drei Tage zu Besuch in Israel und den Palästinensergebieten. Reuters

Netanjahu hat vor einem Handel gewarnt, der es Teheran weiter ermöglichen würde, in den Besitz von Nuklearwaffen zu gelangen. Kerry kritisierte, Netanjahu verurteile vorschnell ein Abkommen, dessen Details er nicht kenne.

Hollande stärkt Israel den Rücken

Derweil sicherte der französische Präsident François Hollande Israel die «unerschütterliche Unterstützung» seines Landes zu. Zu Beginn eines dreitägigen Besuchs in Nahost sagte er, Frankreich werde es nicht zulassen, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen gelange. Kernwaffen in den Händen Teherans wären «eine Bedrohung Israels, der Region und der ganzen Welt», so Hollande. Er forderte als Bedingung für eine friedliche Einigung mit dem Iran dessen dauerhaften Verzicht auf Atomwaffen.

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie nach Kernwaffen zu streben. Der Iran bestreitet die Vorwürfe seit Jahren. Nun wird eine vorläufige Einigung angestrebt, die eine Fortentwicklung des Atomprogramms vorerst stoppt. Danach soll eine umfassende dauerhafte Vereinbarung ausgehandelt werden, die eine rein friedliche Nutzung der Atomkraft im Iran sicherstellt.