«Neue Rhetorik, wenn man von Terroristen redet»

SRF-Korrespondent Christof Franzen spricht über die neusten Ereignisse in der Ukraine von einer ganz neuen Qualität des Konflikts. Er befürchtet, dass Präsident Viktor Janukowitsch das Feld für ein hartes Eingreifen auf dem Maidan-Platz in Kiew vorbereitet.

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Christof Franzen zur Lage in der Ukraine

1:22 min, aus Tagesschau vom 19.2.2014

«Zuerst einmal ist das eine ganz neue Rhetorik, wenn man von Terroristen redet», sagt Christof Franzen in der «Tagesschau». Diese könne man innerhalb des Landes, aber auch aussenpolitisch in ein schlechtes Licht rücken. «Zudem rechtfertigt das ein viel härteres Vorgehen seitens der Regierung.»

So könne die Regierung behaupten, die Terroristen würden einen Staatsstreich planen. «Und dafür kann im Extremfall ein Mensch liquidiert werden, so steht es im ukrainischen Gesetz», betont Franzen weiter.

Weiter beschreibt Franzen die Lage in Kiew als sehr angespannt. Die Redner auf dem Maidan-Platz peitschten den Demonstranten ein, auch die kommende Nacht durchzuhalten und den Maidan mit allen Mitteln zu verteidigen.

Auf der anderen Seite seien die Polizisten. In deren Reihen habe es Todesopfer gegeben. Da könnten Rachegedanken eine Rolle spielen. «Die Polizisten scheinen einsatzbereit zu sein und warten nur noch auf den Befehl von oben», so Franzen weiter.

Die Proteste vor zwei Jahren

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Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Eskalation in der Ukraine

    Aus Rundschau vom 19.2.2014

    Tote, Verletzte, Schiessereien und ein brennender Unabhängigkeitsplatz. Die Situation in Kiew ist ausser Kontrolle geraten. Mitten drin im Machtkampf: Ex-Box-Weltmeister und Oppositionsführer Vitali Klitschko. Die Rundschau hat ihn in den letzten Tagen begleitet, bei den Ausschreitungen auf dem Maidan Platz und in der ukrainischen Provinz. Während Klitschko im Westen als Kopf der Opposition grosse Ansehen geniesst, kämpft er innerhalb des Landes um seinen Einfluss.

  • Keine Beruhigung in Kiew

    Aus Tagesschau vom 19.2.2014

    Nach der schlimmsten Nacht seit Beginn der Proteste mit 25 Toten und über 1000 Verletzten war die ukrainische Opposition auch heute wieder auf der Strasse - trotz Drohungen von Präsident Janukowitsch. Zur aktuellen Situation die Einschätzungen von SRF-Korrespondent Christoph Franzen aus Kiew.