Neue Waffe gegen Mexikos Banden

Die Nationale Gendarmerie soll in den Kartellhochburgen des Landes die Wirtschaft schützen. Vor allem die städtische Polizei ist mit den hochgerüsteten Verbrechern oft überfordert. Sicherheitsexperten zweifeln allerdings am Sinn der neuen Einheit.

Polizisten in Reih und Glied Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der neuen Truppe gehören nur 5000 statt der geplanten 40'000 Männer und Frauen an. Keystone

«Die Nationale Gendarmerie wird die Mexikaner beschützen, ihren Besitz und ihre Arbeitsplätze, wo auch immer sie vom organisierten Verbrechen bedroht sind», sagte Staatspräsident Enrique Peña Nieto.

Die 5000 Beamten gehören zur Bundespolizei, sind militärisch geschult und unterstehen dem Innenministerium. An der Ausbildung waren Frankreich und Kolumbien beteiligt. Ursprünglich war eine Truppe von 40'000 Polizisten geplant.

Veränderte Geschäftstätigkeit

In Mexiko tun etwa 440'000 Polizisten Dienst. Vor allem die städtischen Polizisten sind schlecht bezahlt und unzureichend ausgerüstet. Den Kämpfern der Drogenkartelle mit modernen Sturmgewehren und gepanzerten Geländewagen haben sie häufig wenig entgegen zu setzen.

Mit der neuen Polizeitruppe reagiert die Regierung auch auf die veränderte Geschäftstätigkeit der Verbrechersyndikate. Die Kartelle mischen mittlerweile auch in legalen Branchen mit. So sind sie beispielsweise in den Rohstoffhandel eingestiegen oder pressen Landwirten Schutzgelder ab. Die Gendarmen sollen nun Unternehmen und Infrastruktur in den Bereichen Tourismus, Industrie, Bergbau, Landwirtschaft und Fischerei bewachen.

Derr Präsident der Nichtregierungsorganisation Observatorio Nacional Ciudadano (ONC), Francisco Rivas, fordert hingegen: «Wir müssten vielmehr die lokalen Behörden stärken. Dort gibt es am meisten Probleme mit Korruption, Ineffizienz und mangelnder Ausrüstung.»