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International Neuer UNO-Vermittler für Syrien: Feuerwehrmann im Pulverfass

Seine Mission ist ein politischer Drahtseilakt. Doch jetzt hat die UNO tatsächlich einen neuen Vermittler gefunden: Staffan de Mistura. Der schwedisch-italienische Doppelbürger mit langer Erfahrung im Apparat der Vereinten Nationen soll die Nachfolge des Algeriers Lakhdar Brahimi antreten.

de Mistura
Legende: Auf Himmelfahrtskommando in Syrien: Der neue UNO-Sondervermittler de Mistura. Reuters

Vor zwei Jahren warf Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan entnervt und frustriert den Bettel als Friedensvermittler für Syrien hin. Vor zwei Monaten tat es ihm Lakhdar Brahimi gleich. Beide beklagten, dass sich im Bürgerkriegsland nichts zum Positiven bewege.

Nicht erste Wahl

Beide kritisierten die Halsstarrigkeit der Widersacher im Land, und ebenso die Lähmung der Vereinten Nationen durch das Dauerveto von Russland und China in der Syrienfrage. Nun soll es der 67-jährige Diplomat Staffan de Mistura richten, ein UNO-Eigengewächs, einer der schon viele Posten in der Weltorganisation bekleidet hat: in Somalia, in Nepal, im Irak und zuletzt als Leiter der UNO-Mission in Afghanistan.

An Erfahrung fehlt es ihm also nicht. Aber vermutlich an politischem Gewicht. De Mistura ist vielleicht keine schlechte Wahl, doch erste Wahl war er nicht, eher eine Verlegenheitslösung.

Diplomatisches Himmelfahrtskommando

Doch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon konnte nicht wirklich auswählen bei dieser Ernennung. Hochkarätige Politiker, darunter Australiens Ex-Premier Kevin Rudd oder Italiens früherer Regierungschef Mario Monti, mochten sich offensichtlich nicht auf dieses diplomatische Himmelfahrtskommando einlassen, wie manche es nennen.

Die Aussichten, als Syrienvermittler Erfolg zu haben und Lorbeeren zu holen, tendieren gegen null. Seit der Wahlfarce, die Diktator Baschar al-Assad zu einer neuen Amtszeit verhalf, seit dem Erstarken radikaler Islamisten, haben die dominierenden Kräfte im Land kaum noch Interesse an einer politischen Lösung.

Kampf gegen Windmühlen

Chancenlos ist die UNO derzeit auch mit ihrem Ziel, für alle Bürgerkriegsopfer im Land humanitäre Hilfe zu leisten, oder die Kriegs- und Menschenrechtsverbrecher vor den Strafgerichtshof in Den Haag zu bringen. De Mistura muss einen Kampf gegen Windmühlen aufnehmen.

Geboren 1947 als Sohn eines heimatlos gewordenen italienischen Grafen aus Dalmatien und einer schwedischen Mutter mit aristokratischem Hintergrund, wuchs er in Rom auf und besuchte die von Jesuiten betriebene Elite-Schule Istituto Massimo.

Wendepunkt im Leben

Als Wendepunkt in seinem Leben hat de Mistura einmal jene Situation beschrieben, als er den Tod eines 17-Jährigen auf Zypern durch die Kugel eines Heckenschützen erlebte. Damals arbeitete er dort als Praktikant für das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Empört über die Tötung des Jugendlichen strebte er fortan eine Karriere in der internationalen Diplomatie an.

Von Anfang 2010 bis Ende 2011 arbeitete de Mistura als UNO-Gesandter für Afghanistan, nachdem er zuvor als stellvertretender Exekutivdirektor beim Welternährungsprogramm in Rom tätig war. Von 2007 bis 2009 leitete er die UNO-Mission im Irak. Nach der Zeit in Kabul diente er bis 2013 als stellvertretender Aussenminister der italienischen Regierung unter Ministerpräsident Mario Monti.

Sondergesandter Roms

Anschliessend wurde er Sondergesandter der Regierung in Rom, als diese sich in eine diplomatische Krise mit Indien verstrickt sah. Hintergrund war die mutmassliche Tötung zweier indischer Fischer durch zwei Angehörige der italienischen Streitkräfte. Nachdem es ihm nicht gelang, den Streit beizulegen, musste er seinen Posten räumen.

Kurz darauf wurde er Leiter des neu geschaffenen European Institute of Peace (EIP) in Brüssel. Staffan Domingo de Mistura ist verheiratet und Vater zweier Töchter. Insgesamt spricht er sieben Sprachen, darunter auch Deutsch.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von hugo rolli, Würenlos
    anstelle das man all die Flüchtlinge aufnimmt würde man besser die Probleme vor Ort lösen, dies erwarte ich als eine Aufgabe der Politik und einzelner Landesregierungen. Man sollte nicht auf Rücksicht von eventuell finanziellen Einbussen dem Druck der Wirtschaft nachgeben. Das was jetzt passiert mit dieser Flüchtlingspolitik wird für alle Europäischen Länder in einer Katastrope enden!!!
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