Nizza muss Burkini-Verbot wieder aufheben

Das Verwaltungsgericht von Nizza hat das Burkini-Verbot in der südfranzösischen Stadt aufgehoben. Die Sorgen nach den jüngsten Anschlägen reichten zur Begründung für die umstrittene Vorschrift nicht aus.

Frau mit Burkini im Meer gegenüber zwei Frauen in westlichen Badeanzügen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Burkini-Verbot an den Stränden im Süden Frankreichs wackelt. Keystone

Nizza ging mit dem Burkini-Verbot zu weit. Laut den Richtern hat die Stadtverwaltung nicht nachweisen können, dass durch das Tragen des Burkini Gefahren für die öffentliche Ordnung drohten oder die Hygiene und Sicherheit der Badegäste eingeschränkt würden.

Die von der Stadt Nizza betraute Anwältin hatte vor dem Verwaltungsgericht argumentiert, die Bevölkerung sei nach dem Anschlag vom 14. Juli mit 86 Toten «nahezu am Rand eines Bürgerkriegs». Sie verwies auf rassistische und andere beleidigende Äusserungen in den sozialen Netzwerken.

Nizza folgt Villeneuve-Loubet

Nizza gehört zu einer Reihe von Gemeinden am Mittelmeer, die das öffentliche Tragen des Ganzkörper-Badekleids verboten haben. In Nizza wurden deswegen in mindestens 30 Fällen Strafzettel ausgestellt.

Der französische Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht Frankreichs, hatte kürzlich eine ähnliche Vorschrift der Gemeinde Villeneuve-Loubet als Verstoss gegen die bürgerlichen Freiheiten verurteilt. Nun krebst Nizza offenbar zurück.

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