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International Nizza muss Burkini-Verbot wieder aufheben

Das Verwaltungsgericht von Nizza hat das Burkini-Verbot in der südfranzösischen Stadt aufgehoben. Die Sorgen nach den jüngsten Anschlägen reichten zur Begründung für die umstrittene Vorschrift nicht aus.

Frau mit Burkini im Meer gegenüber zwei Frauen in westlichen Badeanzügen
Legende: Das Burkini-Verbot an den Stränden im Süden Frankreichs wackelt. Keystone

Nizza ging mit dem Burkini-Verbot zu weit. Laut den Richtern hat die Stadtverwaltung nicht nachweisen können, dass durch das Tragen des Burkini Gefahren für die öffentliche Ordnung drohten oder die Hygiene und Sicherheit der Badegäste eingeschränkt würden.

Die von der Stadt Nizza betraute Anwältin hatte vor dem Verwaltungsgericht argumentiert, die Bevölkerung sei nach dem Anschlag vom 14. Juli mit 86 Toten «nahezu am Rand eines Bürgerkriegs». Sie verwies auf rassistische und andere beleidigende Äusserungen in den sozialen Netzwerken.

Nizza folgt Villeneuve-Loubet

Nizza gehört zu einer Reihe von Gemeinden am Mittelmeer, die das öffentliche Tragen des Ganzkörper-Badekleids verboten haben. In Nizza wurden deswegen in mindestens 30 Fällen Strafzettel ausgestellt.

Der französische Staatsrat, das oberste Verwaltungsgericht Frankreichs, hatte kürzlich eine ähnliche Vorschrift der Gemeinde Villeneuve-Loubet als Verstoss gegen die bürgerlichen Freiheiten verurteilt. Nun krebst Nizza offenbar zurück.

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Tamer Aboalenin (Tamer)
    Sowohl SRF als auch SDA hätten die Meinung von UN hoch Kommissariat für Menschenrechte zum Thema Burkini erwähnen sollen, um die Leserschaft besser zu informieren.
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    1. Antwort von SRF News
      Guten Tag Tamer. Welche Information fehlt Ihnen genau? Hier der Link zum OHCHR: http://www.ohchr.org/EN/NewsEvents/Pages/DisplayNews.aspx?NewsID=20430&LangID=E ^cs
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Was in Frankreich abläuft, wird bei uns bald in gleicher Grösse und Anzahl der Fälle zutreffen. Es werden dann auch schweizabschaffende Internationalisten und Gutmenschen sein, die jedes Verbot solcher Ganzvermummungen (Verschleierungen) sofort anprangern und wieder aufheben werden! Europa wird schwere Zeiten erleben, zwischen dem Jahrhundert alten Kontinent und einer sich installierenden Multikulti-Gesellschaft mit all ihren Symbolen und gelebten Kultureigenschaften!
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    1. Antwort von Lucas Kunz (L'art pour l'art)
      Haben Sie jemals den Begriff "Rechtsstaat" gehört oder davon gelesen?
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    2. Antwort von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
      L.Kunz, Rechte hat auch die CHer Bevölkerung, und die lehnt kult./rel. Gepräge ab. Integration vor Religion (BG-Urteil) Ein Blick nach DE, FR, GB usf reicht vollkommen: solche Zustände wollen wir nicht. Von kultureller Freiheit unter dem Deckmantel Religionsfreiheit ist in der BV nichts vorgesehen. Die Begründung, wieso nur Muslimas sich mit ihren typischen Outfits ihre Körper bedecken müssen, ist diskriminierend, integrationsverhindernd, ehrverletzend gegenüber "Ungläubigen" und der Männerwelt.
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  • Kommentar von Barbara Lampérth (Luk 12/3)
    Eine Busse ist noch gar nichts im Vergleich zur drohenden Steinigung in gewissen Ländern, wenn eine Frau sich nicht an die dortigen Kleidervorschriften hält. Dagegen sollten wir protestieren. Es ist demütigend, sich einkleiden zu müssen, wie wenn der ganze Körper zum schämen wäre und es macht uns anderen Frauen Angst. Wir verstehen die unterschwellige Drohung sehr gut, siehe Köln!
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Nur weil andere Länder Strafen für zu wenig Kleidung haben machen wir jetzt Strafen für zu viel. Das ist Kindergarten-Logik. Laut über das tiefe Niveau schimpfend auf ein tiefes Niveau herunter gehen. Da war es wohl nie sehr hoch.
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    2. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @HM: Und ihr Niveau Hr. Müller? Immer nur andere Leute hier beschimpfen, die eine andere Meinung als ihre vertreten, zeugt nicht von einem hohen Niveau. Fr. Lamberth hat vollkommen recht. All das, was Muslime bei uns einfodern an Rechten, ist ihren Herkunftsländern nicht ansatzweise gegeben. Im Gegenteil. Wo sind all die Menschenrechtler, die hier für die Rechte der Muslime einstehen, aber mit keinem Wort die Diskriminierungen von Frauen in der arab. Welt verurteilen!
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