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Legende: Video Neue Hinweise zum Absturz der MH17 abspielen. Laufzeit 02:06 Minuten.
Aus Tagesschau vom 15.07.2015.
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International «Nowaija Gaseta» vermutet Russland hinter dem Abschuss von MH17

Die regierungskritische russische Zeitung «Nowaija Gaseta» präsentiert in einer Sonderausgabe ihre Recherche-Ergebnisse zum Absturz von Flug MH17 vor einem Jahr über der Ukraine. Die Urheberschaft des Anschlags vermutet sie im eigenen Land.

Am 17. Juli jährt sich der Absturz des Passagierflugzeugs MH17 in der Ostukraine zum ersten Mal. Beim Unglück verloren 300 Menschen ihr Leben. Bis heute gibt es nur wenige Erkenntnisse über den Hergang der Katastrophe. Einzig bekannter Fakt ist und bleibt: Das Flugzeug wurde abgeschossen.

Die regierungskritische russische Zeitung «Nowaija Gaseta» präsentiert jetzt in ihrer MH17-Sonderausgabe die Ergebnisse ihrer fast einjährigen Recherche. Wie andere vor ihnen kommen die Journalisten der «Nowaija Gaseta» zum Schluss, dass der Jet im ostukrainischen Krisengebiet mit dem Flugabwehrsystem BUK abgeschossen wurde. Die Rakete sei vermutlich in einem von pro-russischen Rebellen kontrollierten Gebiet gestartet worden.

Russen hinter dem Abschuss vermutet

Sergeij Sokolow, der Herausgeber der Zeitung, vermutet die Urheberschaft des Abschusses auf russischer Seite. Zwar könne er nicht sagen, wer den Knopf gedrückt habe, doch: «Unsere Informanten haben beobachtet, dass das Abwehrsystem über die russische Grenze in die Krisenregion gebracht und nach der Tragödie wieder nach Russland zurückgeschafft wurde.»

Es verwundert kaum, dass der Kreml diesen Vorwurf umgehend dementieren liess. Moskau und Kiew geben sich weiterhin gegenseitig die Schuld an dem Abschuss.

Sokolow und seine Zeitung geben auch der Ukraine eine Mitschuld an der Katastrophe. Zum Abschuss wäre es nie gekommen, wenn die Ukraine nicht scharf auf das Geld aus den Überflugrechten gewesen wäre. «Die Ukraine hätte den Luftraum für Jets über dem Krisengebiet schliessen müssen. Aber Gier, Korruption und Chaos haben das verhindert», kritisiert Sokolow.

«Bald werden wir genaueres erfahren»

Der unabhängige und renommierte Politologe Dmitrij Oreschkin sieht in der Sonderausgabe der «Nowaija Gaseta» eine kritische, aber sehr vorsichtige Berichterstattung. Für ihn ist klar, dass Russland hinter dem Abschuss steht. «Bald werden wir genaueres erfahren, denn die niederländische Staatsanwaltschaft nimmt das Thema sehr ernst.»

Die Niederlande – das Land mit den meisten Opfern – leitet die Untersuchungen zum Abschuss. So zuversichtlich wie Oreschkin sind in Russland aber nicht alle. Auch die «Nowaija Gaseta» spricht von angeblichen Störfeuern des Kreml, der versuche, die Ermittlungen zu verwässern.

(srf/herm;ala)

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57 Kommentare

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  • Kommentar von Marcel Chauvet , Neustadt
    Die Ukrainer sind in keinster Weise in der Lage eine BUK zu bedienen oder sie, was widersinnig wäre, in von Putins-Mordbuben besetzten und umkämpften Gebiet zu transportieren.Ein BUK in Stellung zu bringen ist ein hochkomplexer Vorgang mehrer aufeinander abzustimmenden mobilen Einheiten, was nur Russen-Spezialkräfte können.Es steht eindeutig fest, dass der Abschuss aus Separatisten-Gebiet erfolgte, die BUK kann nur von Ost, nicht aus westlicher Richtung ins Kampfgebiet expediert worden sein.
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    1. Antwort von E. Waeden , Kt. Zürich
      Die Ukrainer können sehr wohl in der Lage eine BUK zu bedienen. Die ukrainische Armee verfügt auch über dieses Raketensystem. Ein Opfer-Anwalt klagte auf alle Fälle die Regierung in Kiew an, weil sie den Luftraum über Kampfgebiet nicht gesperrt haben. Mitschuldig sind sie also auf alle Fälle, egal wer die Rakete abgefeuert hatte. Die Ermittler werden ihre Arbeit tun, doch erfahren wer die wahren Schuldigen sind, werden wir nie.
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    2. Antwort von Irina Hasenauer , Gränichen
      Hier täuscht du dich. Ukrainer können problemlos diesen BUK bedienen, da sie seit Jahren diese Waffe von Russland haben. Der Muster des Flugzerstörung unter dem Einfluss der Trajektorien dieser Rakete deutet auf ukrainische Seite hin. Keine von Länder (weder USA noch Niederländer) haben Ergebnisse von eigenen Untersuchungen veröffentlicht, diese blosse politische Vermutungen sind unbewiesen. Meinst du, wenn es Russen gemacht hätten, würden sie sich auch so schämen die Wahrheit zu erzählen?
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    3. Antwort von Marcel Chauvet , Neustadt
      @Wäden, Häsliauer: Sie werden doch nicht erzählen wollen, dass die Ukrainer vom Westen her eine BUK, für deren Abschuss drei riesige mobile Lastwagen-Einheiten zu bewegen sind durch von Putins Mordbuben besetztes Kampfgebiet transportiert werden können, um eine MH17 ausgerechnet da abzuschießen? Die BUK kam vom Osten, dem Russen. Im übrigen wird auch in diesem Fall eine Anklage vor der UNO vorbereitet. Und wer wehrt sich dagegen mit Händen und Füßen? Natürlich der Russe, wegen gutem Gewissen?
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    4. Antwort von E. Waeden , Kt. Zürich
      Fakt ist, dass die Regierung in Kiew, sowie die USA zu rasch mit dem Finger auf Russland gezeigt haben. So als wüssten sie ganz genau, WAS passiert ist. Solche voreiligen Anschuldigungen sollten immer hellhörig machen. Und Fakt ist, dass die Maschine über das Kampfgebiet im Osten geflogen ist, wo Separatisten, sowie die ukrainische Armee sich seit Tagen heftige Gefechte lieferten. Die Regierung in Kiew will Krieg mit Russland. Vielleicht haben sie ja deswegen den Luftraum nicht gesperrt? Kalkül?
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  • Kommentar von Urs Helfenberger , Wohlen
    Erstaunlich, dass Schweizer Medien sich so unprofessionell in der Berichterstattung zeigen. Es wurde momentan auch ein internationaler Tribunal abgelehnt, da die Ermittlungsverfahren diesbezüglich nicht abgeschlossen sind. USA will die Wahrheit verbergen und gibt keine Information an, obwohl sie sicher die haben. So flaue Untersuchung kann als Beweis der Gegenteil deuten, dass die Ukraine in diesem Absturz schuld ist.
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  • Kommentar von P. Harbrink , Den Haag
    Vielen Dank, für dieses Artikel. MH17 Abschuss, eine tief traurige Geschichte. Genau, die Untersuchung in Holland lauft noch. Das wird eine tief gründliche Analyse des Problems sein. Einer Entwurf ist schon geteilt mit verschiedenen Staaten. Ziemlich bald wird das ganze klar sein.
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