NSU-Prozess: Angeklagter bekennt sich zu Verantwortung für Morde

Nach langem Schweigen vor dem Oberlandesgericht München kommt nun das Reuebekenntnis. Der Angeklagte Carsten S. hat sich zu seiner Verantwortung für die Morde der Terrorzelle NSU bekannt. Den Angehörigen der Opfer hat der mutmassliche Rechtsterrorist sein Mitgefühl ausgesprochen.

Der Ausstieg aus dem rechtsradikalen Umfeld kam für Carsten S. zu spät. Die Blutspur des Terrors war 2011 bereits eingetrocknet, die beiden mutmasslichen NSU-Aktivisten Böhnhardt und Mundlos bereits tot.

Dennoch bekundet der 33-Jährige Reue und Mitverantwortung für die Mordserie der Zwickauer-Terrorzelle. Carsten S. hat zugegeben, den untergetauchten Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe eine Waffe besorgt zu haben. Jene Pistole der Marke «Ceska», mit der die Terroristen neun Menschen ermordeten. Insgesamt soll der «Nationalsozialistische Untergrund» (NSU) für zehn Morde in den Jahren 2000 bis 2007 verantwortlich sein.

S. ist er bislang einzige der fünf Angeklagten im NSU-Prozess, der vor Gericht Fragen beantwortet. Gleichzeitig sprach er den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus.