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International Nun steht auch der Personenverkehr der Deutschen Bahn still

Im nördlichen Nachbarland streiken wieder die Lokführer. Nun sind auch die Personenzüge betroffen. Es soll der längste Streik in der Geschichte der Deutschen Bahn werden. Bis Sonntag soll er dauern.

Es geht der Gewerkschaft der Lokführer um mehr Lohn, um kürzere Arbeitszeit. Beides liesse sich wohl auch regeln. Der Hauptstreitpunkt ist aber grundsätzlicher: Die vergleichsweise kleine Lokführergewerkschaft GDL, die den Streik ausgerufen hat, will einen eigenen Gesamtarbeitsvertrag mit der Bahn und zwar für alle Kategorien von Bahnangestellten, nicht mehr nur für Lokführer.

Die Bahn AG hat in diesem Punkt bereits nachgegeben, verlangt aber, dass man sich mit dieser kleinen GDL und der grösseren Bahngewerkschaft EVG auf gleiche Bedingungen für jede Kategorie von Angestellten einigt. Sie, die Bahn, will verhindern, dass es verschiedene Löhne für gleiche Arbeit gibt, je nachdem bei welcher Gewerkschaft der einzelne Lokführer oder Zugsbegleiter angestellt ist.

Auswirkungen auf die Schweiz

Auch in der Schweiz wird man den deutschen Bahnstreik spüren, wie SBB-Sprecher Reto Schärli sagt: «Ab Zürich fahren die Züge nur bis zur Grenze. Dann gibt es keine Reisemöglichkeiten mehr mit der Bahn nach Stuttgart oder München.» In Basel sehe die Situation etwas besser aus, «dort fällt nur rund die Hälfte der Züge aus». Die SBB rät den Reisenden die Durchsagen auf den Bahnhöfen zu beachten.

Letztlich geht es um die Stellung einer kleineren Spartengewerkschaft gegenüber einer grösseren, die wesentlich mehr Mitarbeiter in einem Betrieb organisiert hat. Es ist ein Machtkampf unter Gewerkschaften mit immer gravierenderen Folgen.

Grosser wirtschaftliche Schaden

Dieser sechste Streik innert zweier Jahre werde die Wirtschaft, insbesondere die Stahl- und Autoindustrie, eine halbe Milliarde kosten, rechnet ein Industrieverband vor. Wenn man indirekte Folgen mit dazu nehme, komme man auf über eine Milliarde Euro.

Hinzu kommen Millionen verärgerter Bahnkunden: Nicht nur der Fernverkehr leidet – dort fallen zwei Drittel aller Züge aus. Betroffen sind auch die S-Bahnen und der Pendlerverkehr. Die Bahn erstellt laufend Notfahrpläne. Immer zwei Tage im Voraus sollen die Kunden ersehen können, welche Züge noch fahren und welche nicht.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Fuchs, Bern
    Die Berichterstattung in den (deutschen) Medien scheint mir doch sehr einseitig. Die GDL wird so als Sündenbock abgestraft. Hintergrundinformationen oder Kritik an der Haltung der deutschen Bahn vermisst man. In Deutschland ist Streik ein verfassungsmässiges Grundrecht und daran will auch kein Politiker etwas ändern. Da ich sehr gerne Bahn fahre und auch öfters mit dem ICE hoffe ich, dass eine Schlichtung im Interesse der Bahnkunden möglich sein wird.
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  • Kommentar von Björn Christen, Bern
    Deutschland wird immer mehr wie Frankreich. Keine gute Entwicklung.
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  • Kommentar von A. Moser, Interlaken
    Naja, vielleicht ist dieser Streik gar nicht mal so schlecht? Ich hoffe, den Menschen gehen langsam aber sicher die Augen auf und sie realisieren, dass die Gewerkschaften längst nicht mehr eine "Vereinigung von Arbeitnehmer" ist, die um ihre Rechte kämpft - sondern ein linkes Machtinstrument, um die Wirtschaft zu erpressen! Und sich daran natürlich eine goldene Nase zu verdienen (GAV's lassen grüssen :-))!
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    1. Antwort von Helmut Müller, Horgen
      Sie finden es ungerecht dass Arbeiter auf die Strasse gehen um gegen die zunehmende Lohnungerechtigkeit zu protestieren? Wenn ein Lokführer mit 7.50€ Stundenlohn auskommen muss, der Chef aber 220'000€ pro Monat verdient, sollte die gesammte Belegschaft streiken.Die DB versucht ausserdem mit dem neuen Tarifvertrag alle Gewerkschaften ausser der Grössten - die bis zum Anschlag im Ar... der Bosse steckt - auszuschliessen. Man sollte also nicht streiken wenn man als Arbeiter verarscht wird?
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    2. Antwort von Markus Fuchs, Bern
      Dieser Streik ist mit der Situation in der Schweiz nicht vergleichbar. Viele GAV sehen ein Streikverbot vor und garantieren so den Arbeitsfrieden. Die Arbeitsbedingungen und Sozialleistungen sind bei uns so gut, dass es eigentlich keine Gewerkschaften mehr braucht. Ausnahme ist die Bauwirtschaft wo seit eh und jeh betrogen und geschummelt wird.( AHV wird nicht abgerechnet, Löhne nicht ausbezahlt usw)
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