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International Obama: «Afrika ist eine der am schnellsten wachsenden Regionen»

Bei seinem Staatsbesuch in Kenia wirbt US-Präsident Obama für Afrika als Knotenpunkt für weltweites Wirtschaftswachstum. Gestern war er auf dem Flughafen von Nairobi von Staatschef Kenyatta begrüsst worden. Auf dem Rollfeld gab es auch ein Wiedersehen mit seiner Halbschwester Auma.

Legende: Video Obama besucht Kenia abspielen. Laufzeit 22:05 Minuten.
Aus 10vor10 vom 24.07.2015.

US-Präsident Barack Obama hat am Global Entrepreneurship Summit (GES) in Nairobi die Rolle Afrikas in der Weltwirtschaft hervorgehoben. «Afrika ist eine der am schnellsten wachsenden Regionen der Welt», sagte Obama am Unternehmer-Gipfel mit über 1000 Teilnehmern aus 120 Ländern. Auch Frauen müssten dabei eine grössere Rolle spielen.

Obama warb dafür, dass Afrika zum Knotenpunkt für weltweites Wirtschaftswachstum wird. Kenia gehe dabei voran. Dessen Staatspräsident Uhuru Kenyatta erklärte dazu: «Wir sind dem Fortschritt entschieden und unumkehrbar verbunden.» Eine neue Generation von Afrikanern müsse sich nun für den Wohlstand stark machen. «Die Geschichte von Verzweiflung und Erniedrigung war niemals wahr», sagte Kenyatta.

Nach seiner Rede am GES wollte sich Obama mit Vertretern der US-Botschaft treffen, wo bei einem Anschlag im Jahr 1998 mehr als 200 Menschen starben. Des weiteren steht ein Gespräch mit Staatspräsident Kenyatta auf dem Programm sowie ein Staatsdinner im State House.

Herzlicher Empfang in Nairobi

Unter dem Jubel vieler Kenianer war Obama gestern zu seinem viertägigen Besuch in Ostafrika eingetroffen. Nach einer rund 17 Stunden langen Flugreise mit einem Tank-Stopp in Ramstein in Deutschland landete die Präsidentenmaschine am Abend in Nairobi.

Legende: Video Wiedersehen mit Halbschwester Auma Obama (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 00:45 Minuten.
Aus News-Clip vom 24.07.2015.

Die Strapazen der Reise sah man Obama nicht an. Locker wie gewohnt lief er die Treppe von der Air Force One hinunter und wurde von Kenias Präsident Uhuru Kenyatta begrüsst. Auf dem Flugfeld warteten auch der US-Botschafter Robert Godec und seine Halbschwester Auma Obama.

In der Innenstadt Nairobis versammelten sich am späten Abend Hunderte, um die Vorbeifahrt der Präsidenten-Limousine zu verfolgen. Die Kenianer drängten auf die Strasse, jubelten und schwenkten Flaggen der Vereinigten Staaten.

Noch am Abend empfing Obama Dutzende von Verwandten zu einem Essen im Hotel, wo er übernachtet. Über das Wiedersehen Obamas mit seinen kenianischen Verwandten war im Land seit Tagen spekuliert worden.

Zeitungen, TV-Sender und viele Anwohner beschäftigten sich mit allen Details der Reise. Weil Obamas verstorbener Vater aus dem Dorf Kogelo im Westen des Landes stammt, sehen viele Kenianer seinen Besuch auch als eine Art Rückkehr ihres «Sohnes».

Kenianische Polizeipatrouillen zu zweit auf Quad-Fahrzeugen.
Legende: Kenianische Polizeipatrouillen schützen den Besuch Obamas. Keystone

Angst vor Terror-Anschlag

Die Kehrseite der Medaille des Besuchs sehen die Bewohner der Hauptstadt Nairobi an den scharfen Sicherheitsvorkehrungen. Aus Angst vor Anschlägen kontrollieren seit Wochen hunderte US-Sicherheitsbeamte die Stadt.

Nairobi wurde 1998 von einem Anschlag des Terrornetzwerks Al-Kaida auf die US-Botschaft erschüttert. Und erst im April hatten Islamisten aus dem Nachbarland bei einem Massaker in der Universität Garissa 148 Menschen getötete.

Wegen des Risikos sind der Luftraum und viele Hauptverkehrsstrassen während Obamas Besuch gesperrt. Zusätzlich stehen 10'000 Polizisten im Einsatz – das ist fast ein Viertel des gesamten kenianischen Polizeiapparats.

«Das Biest» als Transportmittel

Für die Fortbewegung nutzt der US-Präsident vor allem seine gepanzerte Limousine mit dem Spitznahmen «The Beast».

Vor einigen Tagen sorgte in Nairobi jedoch auch ein US-Militärhelikopter mit den Insignien des Präsidenten für Aufregung, der flankiert von zwei Militärflugzeugen von einem US-Stützpunkt in Dschibuti über die Stadt flog.

Grösste Wirtschaft Ostafrikas

Kenia rechnet in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 6,5 Prozent. Jedoch haben mehrere Terroranschläge der Al-Shabaab-Miliz der wichtigen Tourismusindustrie geschadet und Investoren abgeschreckt. Zudem hat das Land ein grosses Korruptionsproblem: Transparency International listet Kenia im Korruptions-Index auf Platz 145 von 175 Ländern.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Die USA müssen sich jetzt anstrengen, wenn sie den Anschluss in Afrika nicht vollständig verlieren wollen. China investiert seit langem in Afrika, Besuche von chinesischen Delegationen sind dort nichts Aussergewöhnliches mehr. 150 Milliarden hat China in den vergangenen acht Jahren in Afrika investiert. Nirgendwo anders investiert China derartige Summen wie in Afrika.
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Ein interessante Darstellung in arte-Journal bringt es auf den Punkt. Die USA kommt mit grossem Lärm, mischt sich ein und will Terror bekämpfen = neue Basen und mehr Einfluss. China ist ebenfalls anwesend, ohne gross Lärm zu machen, realisiert aber wichtige Infrastrukturprojekte, die ihnen und Afrika in Zukunft nützen. Klar schaut jeder auf seinen Vorteil. Doch wenn die Menschen in Afrika mit China schlecht abschneiden, sind es vorwiegend ihre Fehler. Aber es bieten sich auch reelle Chancen.
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    1. Antwort von p.keller, kirchberg
      Der informierte Leser weiss, dass China nur Infrastruktur-Projekte gegen Ausbeutung von Bodenschätzen baut.
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    2. Antwort von C. Szabo, Thal
      @P. Keller: Und Europäer, Araber und seit JZ'en Amerikaner sind natürlich besser. Schlussendlich wird sich die Variante durchsetzen, die den Afrikanern ihre Persönlichkeit lässt. Dummes Verhalten wird selten respektiert. Erfolg stellt sich am besten ein, wenn man aus Fehlern lernt. Dazu muss man seinen Landsleuten auch Lernfähigkeit zutrauen. Das ist ein Hauptproblem in Afrika.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Wie langweilig - immer wieder die gleichen Anti-USA-Parolen und fast immer von den gleichen Leuten vorgebracht. Euch passt aber auch wirklich gar nichts. Was habt ihr dagegen, dass der US-Präsident das Land besucht, von dem sein Vater stammt? Es wird langsam Zeit für neue Platten bzw. CDs. Ich kann mir schon vorstellen, wie ihr schäumen werdet, wenn nach Obamas Zeit ein neuer und vielleicht noch schärferer "Feind" in Washington auftaucht, sei es ein Demokrat oder ein Republikaner.
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