Obama auf Kuba – ein Land putzt sich heraus

Die Vorfreude in Kuba ist gross auf den historischen dreitägigen Besuch von Barack Obama. Das Land will sich ab Sonntag von seiner besten Seite präsentieren. Trotzdem glauben die Bürger nicht an schnelle Veränderungen.

Vorbereitungen in Havanna auf den Besuch von Barack Obama

Praktisch kein Kubaner kann sich an den letzten Besuch eines US-Präsidenten erinnern – schliesslich liegt dieses Ereignis bereits 88 Jahre zurück (Calvin Coolidge besuchte das Land im Jahr 1928). Deshalb wird der Besuch von Barack Obama im Inselstaat als historisches Ereignis gedeutet. Der US-Präsident hat für seinen dreitätigen Aufenthalt ab Sonntag einiges eingeplant:

  • Zuschauer beim Baseball-Freundschaftsspiel zwischen dem kubanischen Nationalteam und den Tampa Bay Rays aus den USA.
  • Spaziergang durch die Altstadt von Havanna.
  • Treffen mit dem kubanischen Präsidenten Raúl Castro.
  • Treffen sowohl mit Dissidenten wie auch mit Vertretern der kubanischen Zivilgesellschaft.
  • Abschluss-Ansprache in einem Theater in Havanna.

Die Bevölkerung rechnet Barack Obama hoch an, dass dieser sich nicht nur mit Dissidenten, sondern auch mit Vertretern der Zivilgesellschaft trifft und austauscht – eine neue Geste im Vergleich zu anderen Staatschefs, die Kuba besucht haben. Trotz der Vorfreude herrscht aber auch eine gedämpfte Erwartungshaltung.

Kuba bereitet sich für Obama-Besuch vor

1:07 min, aus Tagesschau am Mittag vom 20.3.2016

Skepsis über nachhaltige Änderungen

Innerhalb der letzten 14 Monate haben sich die Beziehungen zwischen Kuba und den USA normalisiert – das US-Embargo gegen Kuba wurde gelockert. «Trotzdem hat sich für die Bürger noch nicht viel geändert», sagt Lateinamerika-Journalistin Sandra Weiss, welche die Entwicklung auf Kuba aufmerksam verfolgt. Noch immer sei es für die Bürger schwierig, ein Geschäft zu eröffnen, ins Internet zu gehen oder bestimmte Dinge auf dem Markt zu kaufen. Die kubanische Führung um Präsident Raúl Castro betont auch, dass am Sozialismus festgehalten werde und sie den Rhythmus der wirtschaftlichen Änderungen vorgebe.

Präsentieren der besten Seite

Nichtsdestotrotz freut sich die Bevölkerung auf den hohen Besuch – vor allem für junge Kubaner seien die USA eine wichtige Referenz, sagt Weiss. Auch wurden im Vorfeld ganze Strassenzüge in der kubanischen Hauptstadt Havanna auf Vordermann gebracht, damit sich Kuba der Weltöffentlichkeit von seiner besten Seite präsentieren kann.

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