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International Obama übt harsche Kritik an Sony

Ein Hackerangriff auf Computer eines Hollywood-Studios, die Publikation geheimer oder peinlicher Star-Infos und eine Terrordrohung, nur, um die Lancierung eines Films zu verhindern. Das tönt wie ein Filmskript. Es ist aber passiert. Washington sagt, man habe Beweise, dass Nordkorea dahinter stecke.

Sony-Firmenschild
Legende: Der Konzern habe nach der Hacker-Attacke falsch reagiert, meint US-Präsident Obama. Reuters

Für US-Präsident Barack Obama steht eines fest: Der japanische Unterhaltungskonzern Sony habe einen Fehler gemacht. Das Filmstudio hat den Streifen «Das Interview» diese Woche zurückgezogen, die Premiere abgesagt.

Obama: Gefährlicher Präzedenzfall

Die hätten vorher mit mir reden sollen, meinte Obama. Dann hätte ich ihnen gesagt, das ist ein gefährlicher Präzedenzfall. Es gehe um die Meinungsäusserungsfreiheit. Wenn das jemand bei einem satirischen Streifen schafft, was ist dann bei einem Dok-Film oder einem Zeitungsbericht, der diesen Leuten nicht in den Kram passt?

Bei «diesen Leuten» soll es sich um Nordkorea handeln. Das FBI teilt mit, es habe Beweise. Die Täterschaft überrascht nicht: Im Film geht es um die Ermordung des nordkoreanischen Diktators.

Schub für Cyber-Sicherheitsgesetz

Präsident Obama kritisierte nicht nur Sony. Die USA planten auch Massnahmen gegen Nordkorea. Welche, verriet er nicht. Laut Medien könnte Nordkorea erneut als Terrorstaat klassifiziert werden.

Für Obama zeigt der Fall auch, wie wichtig es ist, dass der Kongress möglichst bald das geplante Cyber-Sicherheitsgesetz verabschiedet.

Der Chef von Sony hat die Kritik aus dem Weissen Haus inzwischen zurückgewiesen. Das Studio habe keine andere Wahl gehabt, weil kein amerikanisches Kino den Film mehr habe zeigen wollen.

Und Nordkorea? Die Regierung in Pjöngjang lässt verlauten, Obamas Anschuldigungen seien reine Fiktion.

Sony prüft Veröffentlichung

Nach Kritik am Kinostopp der Nordkorea-Satire «The Interview» will das Filmstudio Sony den Film nun anderweitig unter die Leute bringen. «Es ist noch immer unsere Hoffnung, dass jeder, der den Film sehen möchte, auch die Gelegenheit dazu bekommt», teilte Sony jetzt mit.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Sandro, Chur
    Was für Vorteile bringt es wenn man veröffentlicht woher die Angriffe kamen? Solche Informationen werden nicht der informationswillen veröffentlicht. Damit will etwas bewirkt werden, was, das kann sich ein jeder selbst beantworten.
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  • Kommentar von Daniel Kunz, Aarau
    Harsche Kritik? Ich habe Obama live reden hören auf CNN. Seine Aussagen zu diesem Fall, waren mit Nichten "harsche Kritik" - er wünschte sich, Sony hätte anders entschieden und ihn zuvor um Rat gefragt, aber er zeigte auch Verständnis. Ihr Titel hier ist Effekthascherei - das ist meine Kritik.
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  • Kommentar von m. steiner, winterthur
    So unhaltbar das mittel der terrordrohung auch ist: der plot für einen film, in welchem es hauptsächlich um das töten eines realen zeitgenössischen staatschefs geht, ist geschmacklos, unanständig und unter jeder sau. Auch, wenn man kim yong un ganz und gar nicht mag. Man tut so etwas einfach nicht, ausser man ist bereits dem kompletten wertezerfall anheimgefallen!
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