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International Obama versucht Golf-Staaten wegen Iran zu beruhigen

Das Gipfel-Treffen zwischen dem US-Präsidenten und den Vertretern der arabischen Golf-Monarchien hat nicht unter besten Vorzeichen begonnen. Vor allem die Annäherung der USA an den Iran wird dort mit Argwohn beobachtet. Die meisten Golf-Staaten haben demonstrativ nur ihre zweite Garde entsandt.

Legende: Video Obama will Golf-Staaten beruhigen abspielen. Laufzeit 1:25 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.05.2015.

Zum Gipfeltreffen mit den sechs Ländern des Golf-Kooperationsrats (GCC) sind etwa aus Saudi-Arabien nur der Kronprinz und der Vize-Kronprinz angereist – obwohl US-Präsident Obama explizit den saudischen König eingeladen hatte. König Salman hat jedoch kurzfristig abgesagt – und damit Obama brüskiert. So zumindest lautet der Tenor in den US-amerikanischen Medien.

Obama beschwört Freundschaft

Trotzdem beschwor US-Präsident Obama zum Auftakt eines Gipfeltreffens mit den Golfstaaten die engen Beziehungen zu Saudi-Arabien. Washington und Riad seien durch eine «aussergewöhnliche Freundschaft» verbunden. «Ich möchte Saudi-Arabien danken für die starke Unterstützung unserer Bemühungen zur Terrorismus-Bekämpfung in der Region», sagte Obama beim Treffen mit dem saudi-arabischen Kronprinzen Mohammed ibn Naif und dem Vize-Kronprinzen Mohammed bin Salman im Weissen Haus.

Legende: Video Arthur Honegger zum Treffen in Camp David abspielen. Laufzeit 2:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 14.05.2015.

Die jüngsten Bemühungen der USA um eine Annäherung an den Iran zur Lösung des Atomstreits hatten in Riad für Unmut gesorgt. Die Abwesenheit des saudi-arabischen Königs Salman bei dem Gipfeltreffen befeuerte deshalb Spekulationen über eine Krise im Verhältnis der beiden Länder.

Tatsächlich haben sich die USA und die Golf-Monarchien Saudi-Arabien auseinander gelebt und versuchen sich nun in Camp David neu zu finden, sagt SRF-Korrespondent Arthur Honegger. Die Golf-Staaten sähen die Annäherung zum Iran mit dem Atom-Abkommen als Gefahr. Denn der regionale Konkurrent Iran hätte auf einen Schlag mehr Geld zur Verfügung, wenn die US-Sanktionen wegfallen. Das bedeutet mehr Mittel, um sich aufzurüsten. «Und es würde dem Iran erlauben, noch tiefer in regionale Konflikte einzugreifen.»

Golf-Kooperationsrat gegen Atom-Vereinbarung mit dem Iran

Obama hat Spitzenvertreter von sechs Golf-Staaten in die USA eingeladen, um deren Bedenken gegen das geplante Atomabkommen mit dem Iran zu zerstreuen. Die sechs Länder des Golf-Kooperationsrats (GCC) – Saudi-Arabien, Kuwait, Katar, Bahrain, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate – sind neben Israel die grössten Kritiker des geplanten Atom-Verhandlungen.

Kartenausschnitt vom Persischer Golf mit den Ländern der arabischen Halbinsel.
Legende: Die Anrainer-Staaten um den Persischen Golf diskutieren über die Lage im Iran, in Syrien und Jemen. SRF

Ausserdem soll es bei weiteren Gesprächen um die Lage in Syrien und um den Konflikt im Jemen gehen. Im südlichen Nachbarland fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition seit Ende März Luftangriffe gegen die Huthi-Rebellen fliegt. Nach ersten Gesprächen am Mittwoch in Washington wurden die Beratungen am Donnerstag auf Obamas Landsitz in Camp David fortgeführt.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Stanic Drago, Delemont
    Obama hat kein Bedürfnis Golf Staaten zu beruhigen. Unsichere Golf Staaten kaufen viel mehr US Waffen als Beruhigte Golf Staaten.
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    1. Antwort von m.mitulla, wil
      @St. Drago. Ja, die Situation sehe ich ähnlich... die USA hatten zugegebenermassen im Iran- Irakkrieg (1980 - 1988) Waffen an beide Seiten geliefert. So konnten sie die "Länder mit sich selbst beschäftigen" und Nutzen daraus ziehen. Es sei zwar zynisch und moralisch nicht vertretbar gewesen, aber es habe funktioniert, so George Friedman. Heute ist Friedman (Firma "Stratfor") Berater der Obama- Administration. Gleiches Vorgehen empfiehlt Friedman übrigens auch zwischen Deutschland und Russland.
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    2. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Herr Waeden, man soll eben immer erst richtig lesen, bevor man......., auch Ihnen ein schönes Wochenende !!
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  • Kommentar von C. Szabo, Thal
    Die Golf-Momarchien haben es schwer. Bei den USA weiss man nie genau, wer jetzt "Freund" ist, und wer zur "Achse des Bösens" gehört. Die Gefahr, die vom Iran militärisch ausgeht, ist kalkulierbar. Sowohl Israel als auch SA verfügen über atomare Waffen. Der Hauptgrund, wieso der Iran Atomwaffen anstrebt, wäre ein besserer Schutz vor einer potentiellen Invasion. Der Iran hat etwas, dass die USA gerne kontrollieren möchten. Eine noch stärkere Verbindung des Irans mit RU & CN soll vermieden werden.
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    1. Antwort von u.felber, luzern
      Ich bin mir nicht sicher, aber ich deute die US Annäherung an den Iran etwas anders. Ich glaube eher, dass den USA die SA und Co Wirtschaftlich wie auch Militärisch zu stark werden und beim Iran einen Regionalen Ausgleich der Kräfte suchen. Das erklärt auch warum man sich beim Öl Bereich auf eigen Versorgung stellt. Also auf jedenfall gibt's da grundsätzliche Veränderungen.
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @U. Felber: Und die selbsternannten Welt-Herren, die Amerikaner bestimmen, wie stark Länder militärisch & wirtschaftlich werden dürfen? Wer hat ihnen eigentlich dies "Vollmachten" erteilt, sich überall ein zumischen & zu bestimmen? Und ganz offensichtlich ist doch, dass sich zur Zeit Amerika überall dort stark engagiert, wo sich Verbündete zu Russland finden. Ihr Motiv sicher nicht ein Weltfriede ist, geschweige eine Stabilität in Nahen Osten herbei zu führen.
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    3. Antwort von m.mitulla, wil
      Bis heute hatte Saudi-Arabien keine Atombombe. Aber das Land wird verdächtigt, daran zu arbeiten. Darüber werden nicht viele Worte gemacht, den KSA gehört ja in den Augen der USA zu den "Guten". Das erste Ziel von USA/ KSA ist es Syrien zu erobern, um den Weg für eine direkte Ölpipeline zum Mittelmeer zu bauen. DAS sind die strategischen Ziele - und deshalb werden die Terroristen in Syrien unterstützt von den "Guten". Die Terroristen in Syrien seien ja "moderate" Rebellen, heisst es...
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    4. Antwort von Christa Wüstner, Reinach
      Das empfinde ich als eine Meinung von Herrn Felber und keine Einmischung. Dazu braucht es keine Vollmachten. Da gibt es Kommentatoren die sich wirklich mit harten und angreifenden Worten einmischen, und das fast täglich um ihre Meinung zu vertreten.
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    5. Antwort von C. Szabo, Thal
      @C. Wüstner: Ich denke, sie haben das mit den "ihnen das Vollmachten erteilt" eventuell falsch interpretiert. Herr Waeden meinte damit nicht U. Felber, sondern die USA als Land, dass sich überall einmischt. Mit "ihnen" sind die USA gemeint und nicht U. Felber. Hoffentlich habe ich das richtig verstanden. Grüsse.
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    6. Antwort von Christa wüstnet, Reinach
      Herr Szabo, sie haben es besser gelesen, aber den unteren Teil meine ich auch so..... Ihnen auch schönes Wochenende !
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    7. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @C. Szabo: Richtig! :-) Schönes Wochenende.
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  • Kommentar von m.mitulla, wil
    Jean Ziegler hat in der Arena gesagt "Saudi-Arabien ist ein Halunkenstaat." obwohl ich nicht immer Zieglers Meinung teilen kann - hier hat er absolut Recht. Die "Freunschaft" zu den USA beruht auf rein wirtschaftlichen Interessen. Der islamische Terror ist in KSA geboren -und wird von dort in die Welt exportiert, auch die teroristen in Syrien und im Irak haben ihre ideologischen Wurzeln in Saudi- Arabien. Immerhin, die Schweiz hat ein Waffenexpotverbot nach KSA erlassen - gut gemacht!
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