Oberster EU-Militär fordert Sicherheits-Reformen

Das Militär der EU ist zu sehr aufgesplittert. Dies sagt der oberste Militärberater von EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton, General Wolfgang Wosolsobe. Er fordert deshalb Reformen in der europäischen Verteidigungs- und Sicherheitspolitikpolitik.

«Wir müssen im Grossen und Kleinen schneller verfügbar sein, wir brauchen schnellere Abläufe in der Kräftebereitstellung», sagte der Generaldirektor des Militärstabs der Europäischen Union (EUMC) der «Welt». Die EU-Staats- und Regierungschefs beraten derzeit bei einem zweitägigen Gipfel in Brüssel über die Zusammenarbeit in der Verteidigungspolitik.

Weniger auf Souveränität pochen

Wolfgang Wosolsobe forderte auch eine einheitliche Ausstattung bei der militärischen Ausrüstung: «Je weniger Gerätetypen wir im Einsatz haben, desto besser. Derzeit sind wir doch sehr aufgesplittert.» Dies habe sich bei mehreren EU-Operationen als nachteilig erwiesen, beispielsweise im Tschad.

Wosolsobe regte an, die EU-Länder sollten künftig weniger auf Souveränität pochen. «Es wäre hilfreich, wenn sich jedes Land fragen würde: Mit wem kann ich dieses oder jenes zusammen machen, anstatt zu sagen: Wie kann ich das am besten alleine tun?»