OECD: Ungleichheit hemmt Wachstum

Der Abstand zwischen Arm und Reich wird in vielen Ländern grösser. Diese Ungleichheit sei nicht nur ungerecht sondern bremse auch das Wachstum, sagt die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD.

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Bildlegende: Soziale Ungleichheit verlangsamt das Wachstum: Die OECD fordert Gegensteuer. Reuters/Symbolbild

OECD: Kluft zwischen Arm und Reich verlangsamt Wachstum

1:42 min, aus SRF 4 News aktuell vom 09.12.2014

In den USA, in Mexiko und Neuseeland, aber auch in den skandinavischen Ländern und Deutschland ist die Ungleichheit der Einkommen in den letzten 30 Jahren stark gewachsen. Im Schnitt der 34 OECD-Länder verdienten die reichsten zehn Prozent Mitte der 1980er Jahre noch sieben Mal so viel wie die ärmsten zehn Prozent – heute sind es neuneinhalb Mal so viel.

Mittelschicht fehlt Geld für Bildung

Das ist nicht nur frustrierend für Menschen mit tiefem Einkommen, sondern es behindert auch das Wirtschaftswachstum. Würden tiefere Einkommen nämlich erhöht, so steige der Konsum.

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Blick auf die Schweiz

Für die Schweiz weist die OECD keine detaillierten Zahlen über den gesamten Zeitraum aus. In den letzten Jahren hat die Einkommensungleichheit jedoch leicht abgenommen.

Nicht nur die ärmsten Bevölkerungsteile, sondern auch Teile der unteren Mittelschicht tragen mit steigender Ungleichheit weniger zum Wachstum einer Volkswirtschaft bei, zum Beispiel weil ihnen das Geld für Bildung fehlt.

Bis zu zehn Prozent weniger Wachstum

Am deutlichsten zeigen sich die negativen Folgen der Ungleichheit in Mexiko und Neuseeland: Dort wäre die Wirtschaft laut der OECD um zehn Prozent mehr gewachsen, hätte sich die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter geöffnet.

Als Gegenmittel empfiehlt die OECD höhere Steuern auf hohe Einkommen. Richtig ausgestaltet behindere solche Umverteilungspolitik das Wachstum nämlich nicht, geben sich die Studienautoren überzeugt.